UBS streicht sich bald weitere Milliarde ans Bein

Aktualisiert

UBS streicht sich bald weitere Milliarde ans Bein

Bald geht die Hypo-Krise in den USA in eine weitere Runde, denn jetzt drohen etliche Versicherer von Krediten zu kollabieren. Die UBS wird nach Expertenschätzungen weitere Abschreibungen machen müssen, weil sie auch dort dick im Geschäft ist.

Weil sie Hauskäufern Anleihen ohne Lohnnachweis verkauft hat, musste die UBS bislang 15,7 Milliarden Franken abschreiben. 43 Prozent der Hypotheken waren laut Swisscanto vergeben worden ohne zu schauen, ob der Kreditnehmer überhaupt in der Lage war, die Schuld abzuzahlen.

Doch die Krise ist noch nicht zu Ende, wie laut «NZZ am Sonntag» die Analystin Meredith Whitney vom Privatbanker Sal. Oppenheim ausgerechnet hat. Denn jetzt stecken nicht nur die Banken, sondern auch die Versicherer der Risiko-Anleihen in der Bredouille. Vielen der Versicherer droht offenbar der baldige Kollaps und weitere Milliarden-Abschreiber.

Spitze des Eisbergs

Die in Schwierigkeiten steckende Versicherungsgesellschaft ACA etwa dürfte laut Expertenschätzung 10 bis 12 Milliarden Dollar verlieren. Und mit ihr die UBS, denn die Schweizer Bank ist der grösste Eigner von verbrieften Anleihen von ACA. Mit 1,4 Milliarden Dollar (1,54 Mrd. Franken) Verlust müsse die UBS rechnen, so Whitney.

Und das ist laut dem «Wall Street Journal» noch immer nur die Spitze des Eisbergs. Denn die wahllose Kreditvergabe habe zu einem «Problem in der Grössenordnung von 1000 bis 2000 Milliarden Dollar» geführt. Insgesamt verloren die Banken durch ihre zu lockere Kreditvergabe bislang 100 Milliarden Dollar, als der US-Hypothekenmarkt zusammenkrachte.

UBS-GV steht bevor

Jetzt schiessen Staatsfonds Milliarden ein. Allen voran der Inselstaat Singapur. Neben einem nicht genannten arabischen Investor (1,8 Mrd. Dollar) schoss der Staatsfonds von Singapur (Government of Singapur Investment Corp., GIC) 11 Mrd. Fr. ein. Damit kommt die GIC auf einen Anteil von neun Prozent - und wird somit zum grössten Aktionär der UBS.

Die UBS-Aktionäre entscheiden am 27. Februar an einer ausserordentlichen Generalversammlung über Massnahmen zur Stärkung der Kapitalbasis. Dann wird sich auch zeigen, ob der Inselstaat und Grossinvestor bei der UBS mitreden will.

Zehn Banken streichen 86,4 Mia. Dollar ans Bein

1. Merrill Lynch 22,4

2. Citigroup 19,9

3. UBS 14,4

4. Morgan Stanley 9,4

5. HSBC 7,5

6. Crédit Agricole 3,6

7. Deutsche Bank 3,2

8. Bank of America 3,0

9. CIBC 3,0

10. Wachovia 2,7

(Quelle: Sonntagszeitung und WSJ)

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