Gewinneinbruch: UBS-Verlust hinterlässt tiefe Spuren
Aktualisiert

GewinneinbruchUBS-Verlust hinterlässt tiefe Spuren

Die ersten Ausläufer der Finanzkrise haben die Bilanzen der Schweizer Banken 2007 getrübt. Schuld ist vor allem die UBS, die sich in den USA arg mit Ramschhypotheken verspekuliert und den ersten Verlust ihrer Geschichte eingefahren hat.

Zehn Institute verbuchten im vergangenen Jahr Verluste in Höhe von insgesamt 4,306 Mrd. Franken, wie eine am Donnerstag publizierte Statistik der Schweizerischen Nationalbank (SNB) zeigt. 2006 hatten die Verluste der Banken bloss 47 000 Franken betragen.

Auch die anderen Banken kamen nicht ungeschoren davon: Die Summe der Jahresgewinne brach im Vergleich zum Vorjahr um 30,0 Prozent ein und lag noch bei 14,101 Mrd. Franken. Die Bruttogewinne der 330 erfassten Banken gingen um 19,0 Prozent auf 24,219 Mrd. Franken zurück.

Die Finanzkrise zeigt sich auch bei den starken gestiegenen Abschreibungen auf dem Anlagevermögen. Sie beliefen sich auf 11,0 Mrd. Franken, verglichen mit 3,4 Mrd. Franken im Jahr davor. Auch daran ist in erster Linie die UBS schuld, aber auch die Credit Suisse hat Milliarden in den Sand gesetzt.

Rückgang beim Handelsgeschäft

Der Erfolg aus dem ordentlichen Bankgeschäft fiel im vergangenen Jahr um 19,0 Prozent auf 24,2 Mrd. Franken. Der Rückgang ist in erster Linie auf das Handelsgeschäft zurückzuführen, dessen Erfolg um 8,2 Mrd. auf 5,6 Mrd. Franken sank.

Auch dies geht auf das Konto der UBS und der Credit Suisse: Die Grossbanken trugen mit einem Minus von 8,7 Mrd. Franken wesentlich zum Rückgang bei. Die meisten anderen Bankengruppen konnten den Erfolg aus dem Handelsgeschäft steigern.

Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft nahm um 16,1 Prozent auf 36,8 Mrd. Franken zu. Mit Ausnahme der Raiffeisenbanken trugen alle Bankengruppen zum Wachstum bei. Der Ertrag aus dem Wertschriften- und Anlagengeschäft legte um 21,5 Prozent auf 38,5 Mrd. Franken zu.

Hypo-Geschäft gehört den Kleinen

Die Bilanzsumme der erfassten Institute stieg um 8,3 Prozent auf 3457,9 Mrd. Franken zu. Die Aktiven im Inland nahmen leicht stärker zu (&9,8 Prozent) als jene im Ausland (&7,5 Prozent). Die Hypothekarforderungen im Inland erhöhten sich um 3,4 Prozent auf 665,1 Mrd. Franken.

Wegen der höheren Hypothekarzinsen wurde die Wachstumsrate von 4,0 Prozent des Vorjahres nicht mehr erreicht. Überdurchschnittlich wuchsen die Hypothekarforderungen bei den Raiffeisenbanken (&7,0 Prozent) und den Handelsbanken (&6,5 Prozent), während die Grossbanken hier kaum wuchsen (&1,5 Prozent).

Wichtige institutionelle Kunden

Die Wertschriftenbestände in den Kundendeptos erhöhten sich um 7,7 Prozent auf 5403,7 Mrd. Franken. Bei den inländischen wie den ausländischen Depotinhabern bildeten institutionelle Kunden die wichtigste Kundengruppe. Ihr Anteil erhöhte sich über die letzten Jahre stetig und erreichte nun 57,2 Prozent.

Die wichtigste Wertschriftenkategorie blieben die Aktien mit einem Anteil von 36,7 Prozent. Hier war aber die Finanzkrise am stärksten zu spüren: Im ersten Halbjahr entwickelten sich die Kurse zwar noch positiv, dann ging es aber abwärts. Insgesamt blieb der Bestand an Aktien praktisch unverändert (&0,8 Prozent).

Tausende neue Stellen geschaffen

Trotz der Finanzkrise schufen die Banken auch im vergangenen Jahr neue Arbeitsplätze. Die Zahl der Beschäftigten nahm um 8280 auf 136 201 zu (in Vollzeitäquivalenten). Im Inland stieg die Zahl der Stellen um 4576, im Ausland wurden 3704 Jobs geschaffen. (sda)

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