Banken: UBS verzichtet bei Mandaten auf Retrozessionen
Aktualisiert

BankenUBS verzichtet bei Mandaten auf Retrozessionen

Gute Neuigkeiten für vermögende Kunden der UBS: Die Grossbank wird bei den Vermögensverwaltungsmandaten in der Schweiz auf Retrozessionen verzichten. Die Bank bestätigte einen entsprechenden Medienbericht.

Insgesamt seien vom Entscheid der UBS, bei den Vermögensverwaltungsmandaten in der Schweiz auf Retrozessionen zu verzichten, mehrere Zehntausend Kunden mit einem Anlagevermögen von mehreren Dutzend Milliarden Franken betroffen. Der Verzicht auf die sogenannten Kickbacks gerade bei den Vermögensverwaltungsmandaten komme daher, da diese Kunden den Entscheid für die Produkte voll der Bank delegierten und deshalb der Interessenkonflikt dort besonders gross sei.

Retrozessionen sind nämlich Entgelte, die Vermögensverwalter von Dritten im Rahmen der Abwicklung von Kundenaufträgen erhalten. Dazu gehören etwa Provisionen, die eine Bank an den Vermögensverwalter zahlt, weil er seinen Kunden Produkte dieser Bank verkauft hat. Der Vorwurf steht im Raum, dass die Banken sich nicht an den Bedürfnissen der Kunden, sondern an der Höhe der Provision orientieren könnten.

Vorreiterin in der Schweiz

2006 entschied das Bundesgericht deshalb in einem Grundsatzurteil, dass unabhängige Vermögensverwalter Zahlungen dieser Art ihren Kunden herausgeben müssen. In einem neuen Entscheid vom vergangenen Herbst haben die Richter in Lausanne nun klargestellt, dass die Herausgabepflicht auch für Banken gilt, die als Verwalterinnen von Kundenvermögen im Rahmen eines Mandates sogenannte Vertriebsentschädigungen einstreichen.

Die UBS sieht sich mit ihrem Entscheid als Vorreiterin in der Schweizer Bankenbranche: «Als grosser Einkäufer stossen wir hier eine Türe auf und bewegen Anbieter dazu solche Produkte ohne Vertriebsentschädigungen anzubieten», sagte UBS-Sprecherin Dominique Scheiwiller auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Wie viel die UBS bisher mit Retrozessionen verdient hat und ihr somit in Zukunft fehlen wird, will das Institut nicht preisgeben. Allerdings hat das Geldhaus angekündigt die Pauschalgebühr für die Verwaltungsmandate zu erhöhen, um so die Einbussen aufzufangen. (sda)

Deine Meinung