Aktualisiert 12.12.2006 22:19

UBS wegen Anlagebetrug angeklagt

Der New Yorker Staatsanwalt Eliot Spitzer hat die Schweizer Grossbank UBS wegen Anlagebetrugs angeklagt.

Spitzer warf der Finanzmarktberatung UBS Financial Services am Dienstag vor, sie habe Kleinanlegern zur Umstellung ihrer Konten geraten und dadurch die Gebühren vieler Betroffener in die Höhe getrieben. Die Geschädigten hätten dadurch Millionen Dollar zusätzlich bezahlt.

Nach Darstellung von Spitzers Behörde brachten die Berater der UBS-Tochter viele Kunden zur Aufgabe ihrer traditionellen Anlegerkonten, bei denen sich die Bezahlung nach Kommissionen für getätigte Geschäfte richtet.

Stattdessen seien sie im Rahmen eines neuen Programms auf eine Bezahlung in Gebühren umgestiegen, die sich an der Höhe der Anlagen orientiere. Im Falle eines 91-Jährigen habe dies zu Gebühren von 35 000 Dollar (42 000 Schweizer Franken) für vier Handelsbewegungen binnen zwei Jahren geführt. Die Staatsanwaltschaft fordert Rückzahlungen und Entschädigungen in nicht genannter Höhe.

UBS: Tatsachen falsch dargestellt

UBS wies die Vorwürfe zurück. Spitzer habe sich unvollständige Informationen herausgepickt und stelle die Tatsachen falsch dar, sagte ein Sprecher.

Ausserdem habe er Daten ausser Acht gelassen, welche die Position der Bank stützten. Tatsächlich hätten die Kunden seit der Einführung des neuen Programms 1999 hunderte Millionen Dollar an Kommissionen gespart.

Gebührenbasierte Konten werden bei auch bei anderen Anlegerfirmen immer beliebter. Nach Darstellung der Unternehmen sind sie für aktiv handelnde Kunden vorteilhafter. Die US- Regulierungsbehörden sind jedoch in diesem Zusammenhang schon gegen mehrere Broker-Häuser vorgegangen.

(dapd)

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