Anklage: UBS will sich energisch gegen neue Klage wehren
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AnklageUBS will sich energisch gegen neue Klage wehren

In den USA sieht sich die Grossbank UBS mit einer weiteren Klage konfrontiert. Der New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo hat eine Zivilklage wegen angeblichen Betrugs bei Wertpapiergeschäften eingereicht.

Cuomo wirft der UBS in der am Donnerstag veröffentlichten Klage vor, Kunden sogenannte Auction Rate Securities (ARS) als barmittel- gleiche Anlagen verkauft und sie über die Risiken getäuscht zu haben.

Bei ARS handelt sich um lang laufende Anleihen, deren Zinssatz in kurzen Abständen in Auktionen neu festgesetzt wird. Als Folge der Kreditklemme war der 330 Mrd. Dollar schwere ARS-Markt im Februar zusammengebrochen, sodass die Anleger diese nicht mehr verkaufen konnten.

Cuomo erklärte, während UBS-Mitarbeiter ihren amerikanischen Kunden ARS weiterhin als sichere Geldanlage anpriesen hätten, hätten sie selbst Wertpapiere in Höhe von 21 Mio. Dollar abgestossen. Die UBS habe die Wertschriften auch noch verkauft, nachdem Auktionen bereits fehlgeschlagen waren.

«UBS ist mit dieser Vorgehensweise nicht allein, auch andere Institutionen haben teilgenommen, aber UBS ist einer der grossen Spieler», erklärte Cuomo auf einer Medienkonferenz. Nach seinen Angaben sitzen US-Anleger auf illiquiden ARS in Höhe von 25 Mrd. Dollar. Cuomo strebt ein US-weites Urteil an, das den Besitzern den Nominalbetrag ihrer Investments zurückbringen könnte.

UBS befremdet

Die UBS erklärte, sie werde sich gegen die Betrugsvorwürfe energisch zur Wehr setzen. Es sei frustrierend, dass der Generalstaatsanwalt die Klage eingereicht habe, während die Bank mit seinem Büro verhandle, um den Kunden Liquidität zu verschaffen.

Ende Juni hatte bereits der oberste Finanzmarktaufseher des US- Bundesstaates Massachusetts, William Galvin, gegen die UBS Anklage wegen Betrugs erhoben. Galvin forderte unter anderem, dass die UBS die ARS zum Nennwert zurückzahlen respektive jene Verkäufer entschädigen solle, die ihre ARS unter dem Nennwert verkauft hatten.

Die UBS hat darauf in der vergangenen Woche angekündigt, ARS für 3,5 Mrd. Dollar zurückkaufen zu wollen. Das Rückkaufprogramm gehe mit anderen Bemühungen der Finanzbranche einher, mit denen der im Februar zusammengebrochene Markt für ARS-Anleihen wieder in Gang gebracht werden solle.

Es wird erwartet, dass die Untersuchungen der beiden Bundesstaaten zu einer Reihe von weiteren Fällen führen werden. Auch andere Banken wie etwa Merrill Lynch, Bank of America oder Deutsche Bank sind von der Sache betroffen. (sda)

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