Spenden für Afrika: UBS will WEF-Gästen Beine machen
Aktualisiert

Spenden für AfrikaUBS will WEF-Gästen Beine machen

Für jeden WEF-Gast, der zu Fuss über 6 Kilometer zurücklegt, spendet die Bank ein Velo. Gemessen wird elektronisch. Und was ist mit dem Datenschutz?

von
S. Spaeth
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Die UBS will am WEF auftrumpfen, zwar nicht mit Glamour, dafür mit gemeinnützigem Engagement. Im Bild: UBS-Präsident Axel Weber.

Die UBS will am WEF auftrumpfen, zwar nicht mit Glamour, dafür mit gemeinnützigem Engagement. Im Bild: UBS-Präsident Axel Weber.

Keystone/Jean-christophe Bott
Die UBS und das Weltwirtschaftsforum haben fürs kommende Woche beginnende Jahrestreffen die «Davos Challenge. Walk for Education» ins Leben gerufen. Ziel ist es, afrikanischen Kindern den Schulweg zu erleichtern.

Die UBS und das Weltwirtschaftsforum haben fürs kommende Woche beginnende Jahrestreffen die «Davos Challenge. Walk for Education» ins Leben gerufen. Ziel ist es, afrikanischen Kindern den Schulweg zu erleichtern.

Wenn alle WEF-Gäste am Jahrestreffen 2015 durchschnittlich sechs Kilometer zu Fuss zurücklegen, spendet die UBS 2500 speziell stabile Fahrräder für Kinder in Afrika.

Wenn alle WEF-Gäste am Jahrestreffen 2015 durchschnittlich sechs Kilometer zu Fuss zurücklegen, spendet die UBS 2500 speziell stabile Fahrräder für Kinder in Afrika.

Keystone/Laurent Gillieron

Die UBS stand am WEF bisher meist im Schatten der Credit Suisse, die in Davos jeweils mit einem eigenen Pavillon vertreten ist. So gelang es CS-Präsident Urs Rohner im letzten Jahr, eine ganze Reihe an bekannten Promis ans Credit-Suisse-Dinner zu locken, darunter die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit, Sir Richard Branson oder Topmodel Natalia Vodianova.

In diesem Jahr will aber auch die UBS gross auftrumpfen. Zwar nicht mit Glamour, dafür mit gemeinnützigem Engagement. So haben die UBS und das Weltwirtschaftsforum für das kommende Woche beginnende Jahrestreffen die «Davos Challenge. Walk for Education» ins Leben gerufen. Ziel ist es, afrikanischen Kindern den Schulweg zu erleichtern. Und damit ihre Lernchancen zu verbessern.

Gemeinsam 15'000 Kilometer

Wenn alle WEF-Gäste am Jahrestreffen 2015 durchschnittlich sechs Kilometer zu Fuss zurücklegen, spendet die UBS 2500 speziell stabile Fahrräder für Kinder in Afrika – eines pro Teilnehmer. In ländlichen Gegenden Südafrikas gehen viele Kinder täglich sechs Kilometer und mehr zu Fuss, um zur Schule zu gelangen. Deshalb haben sie weniger Zeit zum Lernen, oder sie bleiben der Schule ganz fern. Mit dem Velo kann die Zeit für den Schulweg um 75 Prozent verkürzt werden.

Die von den Managern in Davos zu Fuss absolvierte Distanz wird mit einem elektronischen Schrittzähler gemessen, der an 1000 Personen verteilt wird. Die bereits zurückgelegte Distanz wird auf alle WEF-Gäste hochgerechnet, elektronisch an einen zentralen Server geschickt und auf Bildschirmen im Kongresszentrum angezeigt. Ziel ist es, gemeinsam 15'000 Kilometer zu erreichen.

Keine Marketing-Aktion

«Ich werde in den drei WEF-Tagen so viele Kilometer wie möglich zu Fuss gehen, um meinen Beitrag für die Davos Challenge zu leisten», sagt UBS-Verwaltungsratspräsident Axel Weber zu 20 Minuten. Er führt gemeinsam mit UBS-CEO Sergio Ermotti, Wealth-Management-Chef Jürg Zeltner und Investmentbank-CEO Andrea Orcel die UBS-WEF-Delegation an. «Wir sind der Meinung, dass wir eine grosse Verantwortung gegenüber Kindern haben – und auch eine Verantwortung gegenüber unseren Aktionären, sicherzustellen, dass unsere philanthropischen Aktivitäten höchste Wirkung erzielen», so Weber.

Bei der UBS wehrt man sich dagegen, dass es sich bei der «Davos Challenge» um eine Marketing-Aktion handle. Es sei eine gemeinsame philantropische Initiative von UBS und WEF, teilte eine Sprecherin mit. Wie viel Geld die Grossbank für ihr – nennen wir es neues WEF-Engagement – ausgibt, will sie nicht bekanntgeben.

Wie steht es um den Datenschutz?

«Gehen Sie die Extrameile mit uns», sagt UBS-Präsident Weber zum Schluss in einem extra für die «Davos Challenge» konzipierten Videoclip. Die Angst von Managern, über den Schrittzähler viele persönliche Daten an die UBS zu übermitteln, ist unbegründet. Diese Daten seien nicht personalisiert, und es komme kein GPS zum Einsatz, teilte eine UBS-Sprecherin mit. Der Schrittzähler misst die Anzahl Schritte seines Trägers mithilfe eines Beschleunigungsmessers. «Wir wissen nicht, welcher Teilnehmer wo gelaufen ist», heisst es bei der Grossbank.

Lernen Kinder dank Fahrrädern besser?

Bereitgestellt werden die Fahrräder von der gemeinnützigen Organisation World Bicycle Relief (WBR). Sie wurde 2005 als Reaktion auf den Tsunami im Indischen Ozean in Leben gerufen. WBR stellt Personen in ländlichen Gegenden Afrikas, Südamerikas und Südostasiens speziell konzipierte, vor Ort zusammengebaute Fahrräder zur Verfügung. Die Räder gehen erst dann in den Besitz der Empfänger über, wenn diese nachweislich während einer bestimmten Zeit die Schule besucht beziehungsweise gearbeitet haben. Eine UBS-Stiftung will zudem Forscher renommierter Universitäten beauftragen, den Einfluss der Fahrräder auf das Lernergebnis der Kinder zu untersuchen, die diese Räder erhalten.

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