Aktualisiert 20.10.2011 18:43

BetrugsfallUBS-Zocker muss vor höheres Gericht

Der gescheiterte Londoner UBS-Händler Kweku Adoboli muss in rund zwei Wochen vor die Geschworenen des Southwark Crown Court treten. Diese Instanz behandelt nur Fälle schwerer Kriminalität.

«Schuldig» oder «nicht schuldig»? Kewku Adoboli muss am 22. November von den Southwark Crown Court.

«Schuldig» oder «nicht schuldig»? Kewku Adoboli muss am 22. November von den Southwark Crown Court.

Der Londoner Börsenhändler, der die UBS mit risikoreichen Geschäften um 2,3 Mrd. Dollar gebracht haben soll, muss vor einem höheren Londoner Gericht aussagen. Vor den Geschworenen am Southwark Crown Court kann er auf «schuldig» oder «nicht schuldig» plädieren.

Der City of London Magistrates Court, der sich bisher mit dem Fall befasst hat, verwies den Fall am Donnerstag an die höhere Instanz. Vor dieses Gericht soll der Börsenhändler am 22. November treten, wie das Gericht am Donnerstag mitteilte. Der Crown Court in England und Wales behandelt nur Fälle von schwererer Kriminalität.

Mehrere Jahre Gefängnis

Dem aus Ghana stammenden Diplomatensohn drohen im Falle einer Verurteilung mehrere Jahre Gefängnis. Die Anklage wirft ihm vor, mit riskanten und von der Bank nicht autorisierten Geschäften 2,3 Mrd. US-Dollar verzockt zu haben.

Er soll sich des Betrugs und der Bilanzfälschung schuldig gemacht haben. Nach Angaben der Bank sollen die krummen Geschäfte bereits im Jahr 2008 begonnen haben.

Die UBS hatte die Vorgänge am vergangenen 15. September publik gemacht. Gut eine Woche später übernahm Konzernchef Oswald Grübel die Verantwortung für das Desaster und trat zurück. Die UBS wird aber nach eigenen Angaben trotz des Milliardenverlusts für das dritte Quartal einen Gewinn ausweisen können.

(sda)

Wie viele Stellen streicht die UBS?

Der Investmentbanking-Bereich der UBS soll auf einen Drittel seiner ursprünglichen Grösse schrumpfen, meldet das «Wall Street Journal». Ein Grund dafür seien die hohen Verluste im Investmentbanking und der Fall Adoboli. Vom Abbau betroffen seien angeblich 1700 Stellen, hauptsächlich im FICC-Bereich (Fixed Income, Currency an Commodities). Die Zeitung bezieht sich auf einen JP-Morgan-Analysten. Die mutmassliche Entlassung von 1700 Angestellten kommt zum bereits vor rund zwei Monaten angekündigten Jobabbau von gut 1500 Stellen in der UBS-Investmentbank.

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