Aktualisiert 12.03.2018 13:55

Zürich Über 100'000 Franken Sachschaden nach Demo zum Frauentag

Grosser Sachschaden nach der illegalen Demo zum internationalen Frauentag. Weil viele Frauen mit Kindern am Umzug teilnehmen, griff die Polizei nicht ein.

von
chi

Die rund 1000 Demonstranten in Zürich zogen vom Hechtplatz über den Paradeplatz zur Langstrasse. Video: Leserreporter/Tamedia

Am Samstagnachmittag hat in Zürich eine unbewilligte Demonstration stattgefunden. Unter dem Motto «Frauen erkämpfen Freiheit» zogen rund 1000 Personen durch die Innenstadt. Organisiert wurde der Umzug vom «Frauenbündnis Zürich». Auch die «Revolutionäre Jugend Zürich» (RJZ) hat dazu aufgerufen.

An der Demonstration seien rund 1000 Personen beteiligt gewesen, bestätigt die Stadtpolizei Zürich in einem Schreiben. Während des Umzugs, der vom Hechtplatz über den Paradeplatz, die Bahnhofstrasse, die Langstrasse zum Helvetiaplatz gegangen sei, sei es auch zu mehreren Sachbeschädigungen gekommen. Teilnehmerinnen hätten sich teilweise vermummt und Einsatzkräfte mit Gegenständen beworfen.

Schmierereien an Fraumünsterkirche

Leserfotos von 20 Minuten zeigen Schmierereien an der Fassade des Fraumünsters. «Als Frau bin ich enttäuscht von Frauen und vor allem von den nicht dagewesenen Sicherheitsmassnahmen», schreibt die Leserin. Ein Mitarbeiter der Kirchengemeinde schätzt, dass sich der Schaden an dem historischen Gebäude auf rund 50'000 Franken beläuft. Die Fassade bestehe aus Sandstein und sei schwierig zu behandeln. Besonders ärgert ihn, dass offenbar Polizeibeamte anwesend waren und nicht eingegriffen haben: «Die Polizei schaute zu und tat nichts». Auch Passanten, die die Szene mitbekommen haben, seien entsetzt gewesen.

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An einer unbewilligten Demonsration in Zürich kam es zu Sachbeschädigungen wie hier an der Fassade des Fraumünsters. (10. März 2018)

An einer unbewilligten Demonsration in Zürich kam es zu Sachbeschädigungen wie hier an der Fassade des Fraumünsters. (10. März 2018)

Leser-Reporter
Hinter der Demonstration steckt das «Frauenbündis Zürich».

Hinter der Demonstration steckt das «Frauenbündis Zürich».

Leser-Reporter
Unter dem Motto «Frauen erkämpfen Freiheit» zogen rund 1000 Personen durch die Strassen.

Unter dem Motto «Frauen erkämpfen Freiheit» zogen rund 1000 Personen durch die Strassen.

Leser-Reporter

Es sei zu massiven Sachbeschädigungen in Form von Sprayereien, Plakatklebereien und Farbbeutelwürfen gekommen, teilt die Stadtpolizei Zürich mit. Betroffen waren unter anderem die Fraumünsterkirche und Schaufenster am Limmatquai sowie am Paradeplatz. Weil viele Frauen mit Kindern und zum Teil Kleinkindern in Kinderwagen an der Demonstration teilnahmen, habe die Polizei laut einer Mitteilung von Montag aus Gründen der Verhältnismässigkeit auf eine Intervention und einen entsprechenden Mitteleinsatz verzichtet.

Sachschaden von über 100'000 Franken

Die Demonstranten richteten einen Sachschaden von über 100'000 Franken an, wie die Stadtpolizei Zürich mitteilt. Die Stadtpolizei prüfe, ob und welche Massnahmen im kommenden Jahr angeordnet werden müssen, um diese nicht tolerierbaren Zustände zu verhindern.

Im Kreis 4 wurden zwei Demonstrantinnen, die verbotenerweise über eine Bauabschrankung geklettert waren, von der Polizei angehalten und kontrolliert. Eine der Frauen wurde wegen Hausfriedensbruch vorübergehend festgenommen.

Tausende Kurden gegen die Türkei

Neben der Frauendemonstration fand eine zweite Kundgebung

Geschätzte 2000 bis 3000 Kurden aus der ganzen Schweiz sind am späten Sonntagnachmittag vom Helvetiaplatz aus durch die Zürcher Innenstadt bis zum Stadthaus und wieder zurück zum Helvetiaplatz gezogen. Im Protestzug dabei waren auffallend viele Alte, Familien und Kinder. Niemand war vermummt. Der Zug verlief friedlich und diszipliniert. Die Menschen demonstrierten gegen die türkischen Angriffe auf das nordsyrische Kurdengebiet Afrin. Viele Plakate richteten sich gegen Staatspräsident Erdogan. Am Abend kam es auch zu Demonstrationen vor dem türkischen Generalkonsulat an der Weinbergstrasse. (rba)

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