Krieg in der Ukraine – SMI verliert zum Start 2,45 Prozent

Aktualisiert

Krieg in der UkraineSMI verliert zum Start 2,45 Prozent

Der Ukraine-Konflikt hat deutliche Auswirkungen auf die Aktienmärkte weltweit. Dafür steigen die Preise fürs Öl und Gold.

von
Fabian Pöschl
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Der SMI eröffnete am Donnerstagmorgen tiefrot.

Der SMI eröffnete am Donnerstagmorgen tiefrot.

20min/Taddeo Cerletti
Der Schweizer Aktienindex SMI eröffnete am Donnerstagmorgen mit einem Minus von 2,45 Prozent.

Der Schweizer Aktienindex SMI eröffnete am Donnerstagmorgen mit einem Minus von 2,45 Prozent.

20min/Michael Scherrer
Der Ölpreis ist auf über 100 Dollar für ein Barrel der Sorte Brent gestiegen.

Der Ölpreis ist auf über 100 Dollar für ein Barrel der Sorte Brent gestiegen.

Reuters

Darum gehts

  • Putin hat eine Militäraktion in der Ostukraine angekündigt.

  • In mehreren Städten in der Ukraine sind Explosionen zu hören.

  • Die Aktienmärkte stürzen ab.

  • Der Ölpreis steigt auf über 100 Dollar.

Nach der Ankündigung einer russischen «Militäroperation» in der Ukraine geht der Ausverkauf an den Börsen los. Der Schweizer Aktienindex SMI eröffnete am Donnerstagmorgen mit einem Minus von 2,45 Prozent. Auch der deutsche Aktienindex stürzte um über vier Prozent ab.

Die Börse in Moskau setzte den Handel für einige Stunden aus, hat mittlerweile aber wieder geöffnet. Der in Dollar basierte russische Leitindex RTS stürzte im Verlauf des Morgens sogar um mehr als 49 Prozent ab, der in der russischen Währung Rubel basierte Index MOEX um über 40 Prozent.

An der Rohstoffbörse in London kletterte der Preis für Aluminium auf ein Rekordhoch, weil Anleger befürchten, dass der Nachschub aus Russland gestört wird. Eine Tonne kostete 3382.50 Dollar. Das ist mehr als der bisherige Rekord im Juli 2008 während der Finanzkrise.

Der Preis für ein Fass Öl stieg erstmals seit mehr als sieben Jahren auf über 100 Dollar. Der Preis für ein Fass der Sorte Brent stieg an den asiatischen Märkten auf 100.04 Dollar.

Anleger flüchten ins Gold

«Der Markt hat immer versucht abzuschätzen, ob Russland im Donbass stoppen würde», zitiert die Nachrichtenagentur Reuters den Finanzexperten Chris Weston. Es sei inzwischen «ziemlich klar», dass sich der Angriff auch gegen die Hauptstadt Kiew richte – eines der schlimmsten Szenarien. Wegen der steigenden Risiken würden Händler nun ihre Anlagen verkaufen, Käufer gebe es hingegen kaum.

Laut Reuters ist auch der Goldpreis und der Wert des Dollars angestiegen. Anleger flüchteten sich in sichere Anlagen. Der russische Rubel hingegen ist im freien Fall, weil weitere Sanktionen gegen Russland drohen. «Die Märkte setzen ihre Preise nun entsprechend dem Risiko, dass etwas Schreckliches passieren könnte», so Ökonom Rob Carnell gegenüber der Nachrichtenagentur.

«Militäroperation» angekündigt

Putin hatte zuvor in einer nächtlichen Fernsehansprache eine «Militäroperation» in der Ukraine angekündigt. «Ich habe die Entscheidung für eine Militäroperation getroffen.» Putin forderte das ukrainische Militär auf, «die Waffen niederzulegen», und drohte für jegliche Einmischung in den russischen Einsatz Vergeltung an. Unmittelbar nach der Ankündigung waren in mehreren Städten der Ukraine Explosionen zu hören, darunter die Hauptstadt Kiew sowie die Hafenstädte Mariupol und Odessa.

US-Präsident Joe Biden verurteilte den russischen Militärangriff auf die Ukraine scharf und drohte der Regierung in Moskau mit Konsequenzen. Der US-Präsident sprach in der Nacht auf Donnerstag von einem «unprovozierten und ungerechtfertigten Angriff» auf die Ukraine. «Präsident (Wladimir) Putin hat sich für einen vorsätzlichen Krieg entschieden, der zu einem katastrophalen Verlust an Leben und zu menschlichem Leid führen wird.»

Am Mittwochabend hatte der Kreml erklärt, die Separatisten in der Ostukraine hätten Russland um «Hilfe» bei «der Zurückschlagung der Aggression» der ukrainischen Armee gebeten. Russland hatte am Montag die selbsternannten «Volksrepubliken» der pro-russischen Separatisten in der Ostukraine als unabhängig anerkannt. Der Westen sieht darin einen klaren Bruch des Völkerrechts. 

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(AFP/fur/las)

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