Silvesternacht: Über 100 Kinder im Notfall des Berner Inselspitals

Aktualisiert

SilvesternachtÜber 100 Kinder im Notfall des Berner Inselspitals

Im Inselspital in Bern sind letzte Nacht doppelt so viele Kinder eingeliefert worden wie im Jahr zuvor. In St. Gallen wurde ein Polizist verletzt, sonst blieb es in der Schweiz relativ ruhig.

In den Notfall des Berner Inselspitals sind in der Silvesternacht etliche Patienten eingeliefert worden. Insgesamt betreuten die Ärzte und Pflegende 102 Kinder und 45 Erwachsene.

Im Vergleich zum Vorjahr verdoppelte sich die Anzahl Kinder auf dem Notfall, wie das Berner Inselspital am Neujahrsmorgen mitteilte. Bereits vor Mitternacht sei ein 13-Jähriger wegen Alkoholvergiftung eingeliefert worden.

Sonst handle es sich um Jahreszeit-charakteristische Erkrankungen, wie der Nachtdienst des Kindernotfalls berichtet: «Wir hatten 78 medizinische und 24 chirurgische Patienten. Das ist seit Weihnachten so der Schnitt. Wir schlugen uns vor allem mit Lungenentzündung, Bronchitis, Atemwegsinfekten, Ohrenweh und Gehirnerschütterungen rum.» Um die Kinder und Jugendlichen kümmerte sich ein Team aus 10 Ärzten und 15 Pflegefachpersonen.

Bei den Erwachsenen stieg die Anzahl Patienten im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls. Ein Viertel der Personen kam wegen Verletzungen nach gewalttätigen Auseinandersetzungen, bei denen auch Alkohol im Spiel war.

Verletzter Polizist in St. Gallen

In St. Gallen haben sich am Silvesterabend rund 7000 Personen auf dem Klosterplatz versammelt, um auf den Jahreswechsel anzustossen. Nicht alle hatten friedliche Absichten: Weil Knallkörper gegen die Polizei geworfen wurden, verletzte sich ein Polizist.

Eine Person wurde festgenommen, wie die Stadtpolizei St. Gallen am Dienstag mitteilte. Aus Sicherheitsgründen hatten die Behörden das Abbrennen von Feuerwerk auf dem historischen Platz untersagt. Besonders negativ fiel nach Angaben der Stadt eine Gruppe von Fussballfans auf.

Wegen ihnen hatte die Polizei bereits am frühen Abend ausrücken müssen, weil sie bei ihrem Fanlokal an der Lämmlisbrunnenstrasse Böller gezündet hatten. Als die Polizisten wegen eines Brandes abziehen mussten, zogen die Fans weiter. Auf dem Gallusplatz und in angrenzenden Gassen zündeten sie Handfackeln und laute Böller.

Feuerwerk gegen Weltkulturerbe

Abfall in erheblicher liessen die Feiernden nach Angaben der Stadtpolizei auf dem Klosterplatz zurück. Und dies, obwohl eine grosse Zahl von Abfallsäcken bereitgestellt worden war.

Vielen sei beim Abbrennen von Feuerwerk nicht bewusst, dass sie unmittelbar neben einer Weltkulturerbe-Stätte Silvester feierten, schrieb die Stadt St. Gallen. Ein Feuerwerkskörper, der durch ein Turmfenster der Stiftskirche geflogen sei, habe glücklicherweise keinen Schaden angerichtet.

Unsachgemäss abgefeuertes Feuerwerk machte der Polizei auch andernorts in der Stadt St. Gallen Arbeit. Teilweise seien Feuerwerkskörper gegen Gebäude, Hecken und vorbeifahrende Autos geworfen worden. Ein Heckenbrand musste von der Feuerwehr gelöscht werden

Zwei Personen im Kanton Zürich von Feuerwerk leicht verletzt

Im Kanton Zürich ist die Polizei in der Nacht auf Neujahr wegen Lärms, Sachbeschädigungen und Unfugs etliche Male angerufen worden. An verschiedenen Orten kam es zu kleinen Bränden. Beim Abbrennen von Feuerwerk wurden in Stallikon zwei Frauen leicht verletzt.

Anwohner riefen die Polizei an, weil Feuerwerkskörper in Wohngebieten oder gar gegen Wohnhäuser und Fahrzeuge abgefeuert wurden, wie es in der Mitteilung der Kantonspolizei Zürich vom Dienstag hiess. Den Schaden wegen Feuern schätzte sie auf insgesamt rund 10'000 Franken.

Unter anderem geriet in Thalwil eine herausgedrehte Sonnenstore in Brand, nach ersten Erkenntnisse wegen eines Feuerwerkskörpers. Und im Gemeindegebiet von Uster verursachte ein Feuerwerkskörper einen Mottbrand an einer Hausfassade.

Überfälle in der Silvesternacht

Am Montagabend kurz vor Mitternacht ist in Basel ein 26-jähriger Mann von drei Männern überfallen worden. Gemäss einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt vom Dienstag schlugen zwei der Angreifer am Unteren Rheinweg plötzlich auf das Opfer ein.

Sie zogen ihm die Jacke aus, durchsuchten seine Taschen und stahlen dem 26-Jährigen einen MP3-Player. Danach flüchteten sie rheinabwärts durch den Unteren Rheinweg. Das Opfer wurde leicht verletzt. Die Polizei sucht nach drei ungefähr 18 Jahre alten Männern. Diese sprachen beim Überfall Englisch.

Im Zentrum von St. Gallen ist ein junger Mann beim Nachhausekommen am Neujahrsmorgen von vier Unbekannten bestohlen worden, wie die St. Galler Kantonspolizei mitteilte. Die Diebe hielten den 28-Jährigen fest, als dieser seine Haustür öffnen wollte. Einer der Unbekannten schnappte sich das Portemonnaie des Mannes mit rund 150 Franken darin. (sda)

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