Aktualisiert 12.03.2020 09:07

Inseln unter Quarantäne

Fast 100 Schweizer sitzen auf den Malediven fest

Nachdem auch auf den Malediven erste Fälle des Coronavirus aufgetreten waren, wurden kurzerhand ganze Inseln unter Quarantäne gesetzt. Viele Schweizer sind vor Ort.

von
juu
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Auf den Malediven gibt es die ersten Coronavirus-Fälle.

Auf den Malediven gibt es die ersten Coronavirus-Fälle.

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Kurzerhand hat die Regierung am Sonntag drei Inseln unter Quarantäne gestellt.

Kurzerhand hat die Regierung am Sonntag drei Inseln unter Quarantäne gestellt.

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Wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigt, sind auch Schweizer betroffen.

Wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigt, sind auch Schweizer betroffen.

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Ein Leser muss seine Traumferien auf den Malediven gezwungenermassen etwas verlängern. Nachdem gemäss der lokalen Zeitung Raajje.mv nach der Abreise eines Italieners zwei Hotelangestellte positiv auf das Coronavirus getestet wurden, wurde die maledivische Insel Kuredu kurzerhand abgeriegelt. Wie der Tourismusminister Ali Waheed mitteilte, betrifft die Massnahme 1427 Personen. 699 davon sollen Gäste der Hotelanlage Kuredu Island Resort sein, der Rest sind Mitarbeiter.

Wie es in einem Schreiben des Hotels, das 20 Minuten vorliegt, heisst, ist die Insel unter Quarantäne. Es gehen also keine Flüge zur oder von der Insel weg. Die Versorgung von Nahrungsmitteln sei von dieser Massnahme allerdings nicht betroffen, wie der Tourismusminister klarstellte. Für die nun anfallenden Kosten der Reisenden will die dortige Regierung aufkommen.

«Immer mehr Infizierte - die Angst wächst»

Wie die deutsche Fotografin Mimoza auf Instagram mitteilt, lässt es sich auf der Insel sehr gut aushalten: «Ganz ehrlich, kann man sich einen besseren Platz auf Erden vorstellen, um festzusitzen?» Laut Mimoza darf man sich auf der gesamten Insel frei bewegen.

Anders sehen es die Geschäftsinhaber der britischen Firma Millie & Green Luxury Candles, die derzeit auf der Insel Ferien machen. In den letzten zwei Tagen soll aus dem Paradies ein Albtraum geworden sein: «Mittlerweile sind nun vier Mitarbeiter positiv getestet und isoliert worden, einer von ihnen ist der Inselarzt. Seit gestern befinden sich 66 Mitarbeiter in Zwangs- und Selbstisolation. Auch einige Gäste sind davon betroffen. Die Angst wächst», schreiben sie auf der Social-Media-Plattform. Gemäss den Feriengästen würden auch langsam die Medikamente ausgehen. Wie lange die Insel noch Sperrgebiet bleibe, sei noch unklar.

65 Schweizer getestet

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigt auf Anfrage von 20 Minuten die Quarantäne in Kuredu. «Das EDA hat Kenntnis davon, dass sich zurzeit 34 Schweizer Staatsangehörige im Resort befinden. Die schweizerische Botschaft verfolgt die Lage laufend. Die Schweizer Bürger stehen mit dem Honorarkonsulat in Malé in Kontakt», sagt Sprecher Pierre-Alain Eltschinger.

Wie das österreichische Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten auf seiner Website schreibt, hat sich die Quarantäne auch auf zwei andere Inseln ausgeweitet. Wie internationale Medien berichten, sollen sich auch dort Schweizer Gäste aufhalten. Gemäss dem EDA befinden sich auf einer der anderen Inseln, Vilamendhoo, 65 Schweizer. Eltschinger: «Es wurden Ansteckungstests durgeführt. Die Resultate sind noch ausstehend.»

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