Aktualisiert 29.10.2006 20:02

Über 100 Tote bei Flugzeug-Crash

Bei einem Flugzeugabsturz in Nigeria sind über 100 Menschen ums Leben gekommen. Nach offiziellen Angaben ist auch das geistige Oberhaupt der nigerianischen Muslime, Sultan Maccido, unter den Toten.

Die Maschine der nigerianischen Fluggesellschaft ADC sei in der Hauptstadt Abuja kurz nach dem Start verunglückt und in Flammen aufgegangen, sagte ein Mitarbeiter des Katastrophenschutzes.

An Bord der Unglücksmaschine befanden sich 105 Menschen - 100 Passagiere und 5 Crew-Mitglieder. Darunter waren auch hochrangige Politiker, wie die Fluggesellschaft am Abend bekannt gab.

Sechs Bauern getötet

Der Chefarzt des Spitals in Abuja sprach von sieben Überlebenden, das Militär hingegen von sechs. Bei dem Unglück kamen ausserdem sechs Bauern ums Leben, die zum Zeitpunkt des Absturzes auf ihren Feldern waren, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtete.

Das Flugzeug sollte ursprünglich in den Bundesstaat Sokoto im Norden des Landes fliegen, als es nur zwei Kilometer nach dem Start abstürzte. Im staatlichen Radio hiess es, zum Zeitpunkt des Starts hätten in Abuja schlechte Wetterbedingungen geherrscht. Präsident Olusegun Obasanjo forderte eine umfangreiche Untersuchung.

Mängel in Flugsicherheit

An der Unglücksstelle bot sich den Rettungskräften ein Bild des Grauens. Von dem Flugzeug waren nur noch das Heck, eine Turbine sowie das Teil eines Flügels zu erkennen.

In Nigeria kommt es angesichts verheerender Mängel in der Flugsicherheit regelmässig zu Abstürzen. Im vergangenen Monat kam beim Absturz eines Militärflugzeugs im Bundesstaat Benue ein Teil der Armeeführung des Landes ums Leben, insgesamt zehn Generäle und vier weitere ranghohe Offiziere.

Vergangenen Dezember starben insgesamt 117 Insassen beim Absturz ihrer Maschine in Port Harcourt, zwei Monate zuvor war ein Passagierflugzeug mit mehr als 100 Menschen an Bord über einem Dorf nahe der Wirtschaftsmetropole Lagos zerschellt. Niemand überlebte das Unglück. (sda)

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