Tropenhaus Wolhusen LU – Über 1000 exotische Insekten sollen vor dem Tod bewahrt werden
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Tropenhaus Wolhusen LUÜber 1000 exotische Insekten sollen vor dem Tod bewahrt werden

Beat Mumenthaler, Präsident Verein Insectorum, möchte mittels Crowd-Funding seltene Insekten retten. Den über 1000 Tieren, die an Ausstellungen gezeigt wurden, droht der Tod.

von
Tino Limacher
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Wegen Corona und der damit verbundenen Schliessung von Warenhäusern und Messen stehen über 1000 exotische Insekten vor dem Tod. 

Wegen Corona und der damit verbundenen Schliessung von Warenhäusern und Messen stehen über 1000 exotische Insekten vor dem Tod.

Beat Mumenthaler
Die über 1000 Insekten sind Teil einer Wanderausstellung, die von Christian Schweizer und seiner Frau seit 30 Jahren geführt wurde. 

Die über 1000 Insekten sind Teil einer Wanderausstellung, die von Christian Schweizer und seiner Frau seit 30 Jahren geführt wurde.

Christian Schweizer 
Weil den Einkaufszentren und Messen wegen des Shutdowns die finanziellen Mitteln fehlen, steht Christian Schweizers Ausstellung nun vor der endgültigen Auflösung.  

Weil den Einkaufszentren und Messen wegen des Shutdowns die finanziellen Mitteln fehlen, steht Christian Schweizers Ausstellung nun vor der endgültigen Auflösung.

Christian Schweizer

Darum gehts

  • Über 1000 exotische Insekten stehen wegen des Corona-Shutdowns vor dem Tod.

  • Wegen finanzieller Einbusse durch den Shutdown buchen Einkaufszentren und Messen die Ausstellung mit den Tieren nicht mehr.

  • Jedoch litt auch das Tropenhaus in Wolhusen LU unter dem Corona-Shutdown, weshalb es die Insekten ohne finanzielle Hilfe nicht sofort übernehmen kann.

  • Um die Insekten nun zu retten, hat Beat Mumenthaler, Vereinspräsident Insectorum und Geschäftsleiter Tropenhaus Wolhusen, das Crowd-Funding ins Leben gerufen.

Beat Mumenthaler, Geschäftsleiter des Tropenhauses Wolhusen LU verfolgt ein grosses Ziel: In seiner Funktion als Präsident des Vereins Insectorum setzt er sich mit einer Crowd-Funding-Aktion für den Erhalt von über 1000 exotischen Insekten ein. Die Ausstellung ist im Besitz der Firma Expovivo, die vom Entomologen Christian Schweizer gegründet wurde. «30 Jahre lang haben wir mit unserer Wanderausstellung Vorurteile gegenüber Insekten bekämpft und erklärt, wie wichtig Insekten für das gesamte Ökosystem sind», sagt Schweizer auf Anfrage. Wegen der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Schliessungen von Einkaufszentren und Messen droht der Insekten-Ausstellung das endgültige Aus.

Eine Lösung war in greifbarer Nähe: Laut Mumenthaler war geplant, dass im Tropenhaus schon vor der Corona-Pandemie eine aufwändige neue Attraktion mit wirbellosen Tieren hätte eingerichtet werden sollen. Die Corona Situation hat dies finanziell verunmöglicht. Am 21. September dieses Jahres erhielt Mumenthaler einen Anruf von Schweizer, welcher ihn um Hilfe bat, da er gehört hatte, dass es im Tropenhaus schon Insekten gibt. Für Schweizer war schliesslich das Angebot von Mumenthaler, die Ausstellung über den Verein Insectorum zu retten und im Tropenhaus zu installieren, die ersehnte Lösung. Schweizer ergänzt: «Ich und meine Frau brachen in Tränen aus vor Freude, weil wir gewusst haben, dass unser Lebenswerk in guten Händen weiter geführt wird.»

Jetzt muss es schnell gehen

Das Tropenhaus muss die Insekten bis Mitte November übernehmen. Danach kann Schweizer die finanzielle Last nicht mehr weitertragen und weitere Ausstellungen, die Geld einbringen würden, sind nicht mehr geplant. Mumenthaler: «Deshalb müssen wir jetzt blitzschnell handeln. Als Präsident des Vereins Insectorum habe ich das Crowd-Funding sofort gestartet.»

Die Erhaltung des Lebens der Insekten hat oberste Priorität. Die Ausstellung soll aber in Zukunft an die Ideen von Insectorum angepasst werden. Mumenthaler: «Das Insektensterben ist weltweit ein sehr grosses Thema, deshalb möchten wir die Ausstellung pädagogisch aufarbeiten und umfassender gestalten.» Im Tropenhaus Wolhusen herrschen bereits optimale Bedingungen für die Insekten, weshalb künftig auch Aerarien für die Kleintiere vorgesehen sind. «Wir möchten für die neuen Bewohner des Tropenhauses eine Welt von Kreisläufen erschaffen und sie daher nicht ausschliesslich in herkömmliche Glasterrarien stecken», so Mumenthaler. Dies ist allerdings davon abhängig, wie viel Geld über dem benötigten Betrag gespendet wird. Um dieses Vorhaben zu realisieren, wären weitere 60’000 Franken Spendengelder nötig.

Schlussendlich könnte es eine Win-win-Situation für alle Beteiligten geben. «Den Insekten könnten wir ein neues Zuhause anbieten und das Tropenhaus erhält seine lang ersehnte exotische Insektenausstellung, die in Europa ein Novum darstellen würde», wie Mumehtaler erklärt. Wenn alles gut geht, könnten die Insekten ungefähr ab Ende November im Tropenhaus bestaunt werden.

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