RhB isoliert Fahrleitungsmasten – Über 1000 Volt – So werden Uhus vor tödlichen Stromschlägen gerettet
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RhB isoliert FahrleitungsmastenÜber 1000 Volt – So werden Uhus vor tödlichen Stromschlägen gerettet

Immer wieder kommt es vor, dass grosse Vögel wie Uhus einen tödlichen Stromschlag an Fahrleitungsmasten erleiden. Diese werden fortlaufend isoliert, um die bedrohten Tiere zu schützen.

von
Dafina Eshrefi
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Für den Uhu bergen nicht-isolierte Fahrleitungen eine tödliche Gefahr. Durch ihre grosse Flügelspannweite geraten die Uhus an beide Leitungen und verursachen so einen Kurzschluss, der meistens tödlich endet.

Für den Uhu bergen nicht-isolierte Fahrleitungen eine tödliche Gefahr. Durch ihre grosse Flügelspannweite geraten die Uhus an beide Leitungen und verursachen so einen Kurzschluss, der meistens tödlich endet.

David Jenny
Dies ist ein nicht-isolierter Mittelspannungsmast, der für grosse Vögel wie Uhus und Störche die nicht natürliche Haupttodesursache darstellt. 

Dies ist ein nicht-isolierter Mittelspannungsmast, der für grosse Vögel wie Uhus und Störche die nicht natürliche Haupttodesursache darstellt.

David Berthold
Gemäss Prioritätenliste der Vogelwarte Sempach hat die Rhätische Bahn (RhB) bereits 150 Fahrleitungsmasten isoliert, um die bedrohten Vögel zu schützen. 

Gemäss Prioritätenliste der Vogelwarte Sempach hat die Rhätische Bahn (RhB) bereits 150 Fahrleitungsmasten isoliert, um die bedrohten Vögel zu schützen.

David Berthold

Darum gehts

  • Der in der Schweiz geschützte Uhu hat zwei nicht natürliche Feinde: Strom- und Fahrleitungsmasten.

  • Bei Berührung mit den Flügeln, können sie ihm einen Schlag über mehrere 1000 Volt verpassen.

  • Die Rhätische Bahn (RhB) hat bereits 150 Fahrleitungsmasten isoliert, um den Uhu zu schützen.

In der Schweiz ist der Stromschlag die häufigste nicht natürliche Todesursache für grosse Vögel wie den Uhu. Dieser Gefahr ausgesetzt sind 230 hier lebende Uhu-Paare, von denen 30 im Engadin beheimatet sind. Der Uhu gilt als eine geschützte Tierart. Die durch den Menschen verursachte Gefahren gilt es deshalb zu beseitigen. Dazu gehört die Isolation der vorhandenen Strommasten in der Schweiz.

Livio Rey, Biologe an der Vogelwarte Sempach, erklärt, warum sich Uhus überhaupt auf Strommasten aufhalten: «Beim Uhu handelt es sich um einen sogenannten Ansitzjäger. Aus einer Erhöhung wie beispielsweise Strom- oder Fahrleitungsmasten hält er Ausschau nach Beutetieren.» Mit seiner bis zu 1,80 Meter reichenden Flügelspannweite kann der Uhu an beide Leitungen von gefährlich konstruierten Strommasten oder Fahrleitungen gelangen und verursacht so einen Kurzschluss, der für das Tier in der Regel tödlich endet, erklärt der Biologe weiter. Der Uhu erleidet bei solchen Unfällen einen Stromschlag von mehreren 1000 Volt.

150 Fahrleitungsmasten isoliert

Um diese Gefahr im Engadin zu beseitigen, hat die Rhätische Bahn in Zusammenarbeit mit der Vogelwarte Sempach vor zwei Jahren mit der Isolierung der Fahrleitungsmasten begonnen und verzeichnet bereits erste Erfolge, wie Mediensprecherin Yvonne Dünser auf Anfrage mitteilt: «Wir haben bisher fast 150 Fahrleitungsmasten isoliert, gemäss der Prioritätenliste der Vogelwarte Sempach. Diese hat Brutplätze von Uhus entlang unseres Streckennetzes evaluiert und die Masten in deren Umfeld priorisiert.»

Die Sanierung erfolge in Nachtarbeit, damit der Bahnbetrieb nicht beeinträchtigt werde, erklärt Dünser weiter. «Wir werden noch weitere Masten im Engadin isolieren. Auch in Nordbünden, wo der Uhu nicht vorkommt, jedoch andere Vogelarten betroffen sein können.» Mit der Prioritätenliste der Vogelwarte habe die Rhätische Bahn ein gutes Instrument, um die richtigen Masten zu isolieren. Dünser ergänzt: «Dank der bisher erfolgten vogelsicheren Sanierung im Engadin konnte die Vogelwarte Sempach, unter der Zuständigkeit von David Jenny für die Region Engadin, einen Rückgang in der Sterblichkeitsrate der Uhus beobachten.»

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel. 079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00

Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

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