Aktualisiert 05.01.2011 07:46

Tödliche Seuche

Über 157 000 Cholera-Infizierte in Haiti

Die Zahl der Choleraopfer in Haiti steigt kontinuierlich an. Bislang starben 3481 Menschen an der Seuche. Und es dürften noch mehr werden.

Bis zum 29. Dezember 2010 sind landesweit 3481 Tote registriert worden. Und 157 300 Menschen hätten sich seit dem Ausbruch der Epidemie vor zehn Wochen in Haiti infiziert. Pro Tag sterben den Angaben zufolge immer noch mehr als 22 Menschen. Das sind allerdings weniger als in den Wochen zuvor, als bis zu 60 Tote am Tag gezählt worden waren.

Experten gehen davon aus, das die tatsächliche Zahl der Toten und Erkrankten viel grösser ist als offiziell angegeben. Die Cholera war zum ersten Mal seit über 100 Jahren am 19. Oktober am Fluss Artibonite in Zentralhaiti ausgebrochen.

Trotz umfangreicher Aufklärungskampagnen der Hilfsorganisationen wissen viele Haitianer vor allem auf dem Lande oft nicht, wie sie sich im Falle einer Ansteckung verhalten sollen, und suchen zu spät medizinische Hilfe. (sda)

Stichwort Cholera:

Die bakterielle Infektionskrankheit forderte insbesondere während des 19. Jahrhunderts zahlreiche Todesopfer. Doch auch heute gilt die Erkrankung noch nicht als besiegt. Besonders in Katastrophengebieten – so wie derzeit in Haiti - kommt es immer wieder zu Ausbrüchen des Leidens. Meist gelangt das Bakterium Vibrio cholerae durch Schmierinfektionen, kontaminiertes Trinkwasser oder verunreinigte Nahrungsmittel in den Organismus. Im Darm angekommen, vermehren sich die Keime und sondern ein Gift ab. Das Gift zwingt die Zellen der Darmschleimhaut zur Absonderung grosser Wassermengen. Der Erkrankte erleidet einen wässrigen Durchfall, in dessen Folge es zu einer Dehydrierung kommt. Dieser Flüssigkeitsmangel geht mit einem Verlust wichtiger Elektrolyte und Mineralstoffe einher – dem Betroffenen droht ein lebensbedrohliches Kreislaufversagen.

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