Über 2 000 Bauern haben Betrieb eingestellt

Aktualisiert

Über 2 000 Bauern haben Betrieb eingestellt

In der Schweiz hat sich das Bauernsterben fortgesetzt. Zwischen 2003 und 2005 sind weitere 2 239 Landwirtschaftsbetriebe eingegangen.

In den letzten 15 Jahren hat damit fast ein Drittel der Bauern aufgegeben. Die Betriebe werden grösser und der Anteil Biobetriebe steigt.

Mit der eidgenössischen Betriebszählung 2005 wurden 63.627 Landwirtschaftsbetriebe erfasst, was einer Abnahme um 3,4 Prozent oder 2.239 Betrieben entspricht, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag in Neuenburg bekannt gab. In den vergangenen 15 Jahren wurden damit über 31 Prozent der Betriebe aufgegeben. Darunter fanden sich vor allem kleinere Betriebe mit einer Fläche bis 20 Hektaren.

Die gesamte landwirtschaftliche Nutzfläche betrug 2005 rund 1,06 Millionen Hektaren. Ein Landwirtschaftsbetrieb wies durchschnittlich 16,7 Hektaren Fläche auf, was gegenüber 2003 einer Zunahme um etwa einer halben Hektare entspricht. Die Betriebe in der Talregion waren zwar auch 2005 am grössten, die Zunahme der durchschnittlichen Nutzfläche ist aber in der Bergregion am höchsten ausgefallen. 2005 wurden noch 45.911 Landwirtschaftsbetriebe als Hauterwerbsbetriebe geführt, 2,3 Prozent weniger als 2003. In der Landwirtschaft waren 2005 noch rund 188.000 Menschen beschäftigt, 5.200 weniger als 2003. Fast zwei Drittel davon waren Männer. Vor allem die Anzahl der Vollzeitbeschäftigten war rückläufig, was auf die Aufgabe des arbeitsintensiven Zweigs der Milchviehhaltung in vielen Betrieben zurückgeführt wird.

Der Trend zu Biobetrieben und Mutterkuhhaltung hat sich weiter fortgesetzt. Die Anzahl Biobetriebe stieg zwischen 2003 und 2005 um 4,8 Prozent auf 6.420. Der Anteil der Biobetriebe an allen landwirtschaftsbetrieben belief sich damit 2005 auf rund zehn Prozent, im Berggebiet sogar auf über 20 Prozent. Die Zunahme hat sich laut BFS jedoch in den letzten Jahren etwas abgeschwächt.

Die offene Ackerfläche machte rund 27 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche aus und nahm um 1,2 Prozent zu. Auf 59 Prozent der offenen Ackerfläche wurde im Jahr 2005 Getreide angebaut. In der Milchviehhaltung zeichnet sich laut BFS mit der Liberalisierung des Milchpreises und dem angekündigten Ende der Milchkontingentierung ein grosser Umbruch ab. Der Gesamtbestand der Kühe bleib mit 699.200 Tiere zwar stabil, die Zahl der Kühe mit Verkehrsmilchproduktion ist jedoch um 3,4 Prozent auf 567.500 zurückgegangen. Die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe mit Kühen mit Verkehrsmilchproduktion ist um neun Prozent auf 30.000 gesunken. Anderseits wurde bei der arbeitsextensiveren Haltung von Mutter- und Ammenkühen eine Bestandeserhöhung von fast 17 Prozent auf 78.500 Tiere festgestellt. Die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe mit Mutter- und Ammenkuhhaltung stieg entsprechend um 13,3 Prozent auf 6.500. (dapd)

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