Hunderttausende ohne Strom: Über 20 Tote wegen US-Schneechaos
Aktualisiert

Hunderttausende ohne StromÜber 20 Tote wegen US-Schneechaos

Bisher sind mindestens 21 Menschen im Zusammenhang mit den starken Schneefällen in den USA ums Leben gekommen. Ein Schneepflug tötete eine Schwangere, ihr Baby überlebte.

Der jüngste Schneesturm in den USA hat mindestens 21 Menschen das Leben gekostet, wie Medien am Freitag berichteten.

Zudem waren landesweit etwa 525'000 Haushalte und Betriebe ohne Strom. Tausende Flüge fielen aus. Mehrere Bahnverbindungen wurden ebenfalls gestrichen.

In New York gingen nach Angaben des Wetterdienstes bis zu 30 Zentimeter Schnee nieder. «Willkommen zum sechsten Wintersturm in sechs Wochen», sagte Bürgermeister Bill de Blasio.

Besonders tragisch war in New York der Fall einer Schwangeren, die von einem Schneepflug erfasst wurde. Die 36-Jährige starb im Spital. Ihr Sohn wurde zwar per Kaiserschnitt zur Welt geholt, sein Zustand war aber kritisch.

Andere Menschen starben bei Autounfällen, wurden von umstürzenden Bäumen erschlagen oder erlitten beim Schneeschaufeln einen Herzinfarkt, wie die Zeitung «USA Today» berichtete.

De Blasio stand schwer in der Kritik, weil er im Gegensatz zu Washington die Schulen in New York geöffnet liess. Millionen Arbeitnehmer seien darauf angewiesen, ihre Kinder an einem sicheren Ort versorgt zu wissen, wies er die Vorwürfe zurück. «Wir schliessen die Schulen erst, wenn es gar nicht mehr geht.»

Der Gouverneur des Bundesstaates Pennsylvania, Tom Corbett, erteilte den Bewohnern dagegen den Rat: «Bleibt zuhause.» In Pennsylvania sei im Unwetter ein Tankzug mit Heizöl entgleist. Ein oder zwei Waggons seien leckgeschlagen. «Die Lage ist aber unter Kontrolle.»

Alles in allem seien 100 Millionen Amerikaner von den Wetterkapriolen betroffen, meldete der Fernsehsender CNN.

Neuer Schnee am Wochenende angekündigt

«Ein grosser Wintersturm zieht weiter in Richtung Nordosten», hatte der Wetterdienst gewarnt. Die Gefahr dauert an: Am Wochenende soll es erneut schneien.

Die Unwetterfront hatte mit heftigem Schnee- und Eisregen zum Wochenbeginn in den Südstaaten Georgia, South Carolina und Alabama begonnen.

Wie bei vergangenen Wetterkapriolen verschlimmerte die teils marode Infrastruktur der USA die Lage deutlich. Schon einige Zentimeter des nassen, schweren Schnees genügten, um Äste oder Bäume auf Strommasten krachen zu lassen und so ganze Strassenzüge von der Stromversorgung abzuschneiden. Viele Menschen hamsterten Vorräte und kauften Generatoren, um sich für den Notfall zu wappnen. (sda)

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