Kinderarbeit: Über 215 Millionen Kinder betroffen
Aktualisiert

KinderarbeitÜber 215 Millionen Kinder betroffen

Weltweit müssen mindestens 215 Millionen Kinder arbeiten – viele von ihnen unter schlimmsten Verhältnissen.

Kinderarbeit ist in der Praxis offenbar schwer zu eliminieren.

Kinderarbeit ist in der Praxis offenbar schwer zu eliminieren.

«Es gibt keinen Raum für Schönfärberei angesichts der Tatsache, dass 215 Millionen Kinder arbeiten müssen, um zu überleben», so Juan Somavia, Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), gestern in Genf. Besonders erschreckend: Rund die Hälfte dieser Kinder im Alter von 14 oder jünger ist zu den schlimmsten Formen der Arbeit genötigt – etwa als Zwangsarbeiter oder Kindersoldaten in bewaffneten Konflikten. Am stärksten betroffen seien Kinder in ländlichen Gebieten, Kinder von Arbeitsmigranten oder von Ureinwohnern. Bis zu 16 Stunden täglich müssten die jungen Arbeitskräfte in Bergbau, Landwirtschaft oder Industrie arbeiten. Zudem würden viele zu Sexarbeit gezwungen oder ausgebeutet, um die Schulden ihrer Angehörigen abzuzahlen.

Es happert gewaltig an der Umsetzung

Obwohl ein breiter Konsens zur Bekämpfung dieser Missstände besteht – 88% der 185 ILO-Mitgliedsländer haben sich etwa auf 15 Jahre als Mindestalter geeinigt – scheiterten viele Initiativen gegen Kinderarbeit in der Praxis: So würden kaum Klagen vor Gericht behandelt – und die gegen die Ausbeuter verhängten Strafen seien oft viel zu mild, um abschreckend zu wirken. (20 Minuten)

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