Kurz nach Vereidigung: Über 25 Tote bei Anschlag im Jemen

Aktualisiert

Kurz nach VereidigungÜber 25 Tote bei Anschlag im Jemen

Kurz nach der Vereidigung des neuen jemenitischen Präsidenten sind bei einem Bombenanschlag über 25 Menschen getötet worden. Bei den Opfern handelt es sich um Soldaten der Präsidentengarde.

Mindestens 26 Menschen sind bei einem Anschlag im Jemen ums Leben gekommen. Das berichteten am Samstag Ärzte und Augenzeugen. Ein mit Sprengstoff beladenes Auto sei in Al-Mukalla explodiert, hiess es in den Berichten. Der Anschlag habe einem Präsidentenpalast in der südjemenitischen Stadt gegolten.

In der südlichen Metropole Aden stürmten Einheiten der Armee zudem ein Lager der Unabhängigkeitsbewegung. Bei mehrere Stunden dauernden Schusswechseln wurden nach Angaben von Ärzten zwei Soldaten getötet, drei Menschen wurden verletzt, darunter eine Frau.

Nur wenige Stunden zuvor hatte der neue Präsident des Landes, Abd Rabbo Mansur Hadi, vor dem Parlament in Sanaa seinen Amtseid abgelegt. Er trat damit die Nachfolge von Ali Abdullah Saleh an, der das Land 33 Jahre lang regiert hatte. In seiner Antrittsrede kündigte Hadi an, den Kampf gegen Al-Kaida- Extremisten im Land fortsetzen zu wollen.

Hadi erklärte ausserdem, er werde dafür sorgen, dass die Tausenden von Kämpfen zwischen Regierungstruppen, Separatisten, aufständischen Militäreinheiten, Stammesbewegungen und anderen rivalisierenden Gruppen innerhalb des Landes vertriebenen Menschen in ihre Heimatdörfer und -städte zurückkehren könnten.

Einziger Kandidat - über 99 Prozent der Stimmen

Hadi war unter Saleh Vizepräsident. Er erhielt als einziger Kandidat bei der Präsidentenwahl am Dienstag nach Angaben der Wahlkommission vom Freitag mehr als 99 Prozent der Stimmen.

Saleh hatte sich erst nach monatelangen blutigen Unruhen und Druck aus dem Ausland im November bereit erklärt, sein Amt niederzulegen. Saleh kehrte unterdessen nach einer rund dreiwöchigen medizinischen Behandlung in den USA in sein Heimatland zurück. Er traf am Freitagabend im Jemen ein, wie die Botschaft seines Landes in Washington bekannt gab.

Der 69-Jährige ist nach den Machthabern in Tunesien, Ägypten und Libyen der vierte Staatschef eines arabischen Landes, der von den Protesten des sogenannten «Arabischen Frühlings» aus dem Amt gefegt wurde.

Die Machtübergabe an Hadi, die die Golfstaaten vermittelt hatten, wird vom Westen gestützt. Hadis Aufgabe ist es, einen zweijährigen politischen Reformprozess zu überwachen. Am Ende soll es eine neue Verfassung und Parlamentswahlen geben. Zudem soll das Militär reformiert werden. (sda/dapd)

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