2014: Über 276'000 Einwanderer kamen illegal in die EU
Aktualisiert

2014Über 276'000 Einwanderer kamen illegal in die EU

Gegenüber dem Vorjahr sind 2014 fast 140 Prozent mehr illegale Einwanderer in die Europäische Union gekommen. Die meisten reisten übers Mittelmeer.

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Menschen dicht gedrängt in einem rostigen Schiffsbauch - mit solchen Fotos hat eine junge Frau an Bord der «Blue Sky M» die Situation auf dem Flüchtlingsschiff im Mittelmeer festgehalten.

Menschen dicht gedrängt in einem rostigen Schiffsbauch - mit solchen Fotos hat eine junge Frau an Bord der «Blue Sky M» die Situation auf dem Flüchtlingsschiff im Mittelmeer festgehalten.

AFP/ho
Die Bilder zeigen, wie Männer, Frauen und Kinder wie Vieh auf dem unter moldauischer Flagge fahrendem Schiff zusammengepfercht worden waren. Sie liegen auf dem nackten Fussboden oder hocken auf Geländern.

Die Bilder zeigen, wie Männer, Frauen und Kinder wie Vieh auf dem unter moldauischer Flagge fahrendem Schiff zusammengepfercht worden waren. Sie liegen auf dem nackten Fussboden oder hocken auf Geländern.

AFP/ho
Die Bilder wurden am Montag, 5. Januar, veröffentlicht.

Die Bilder wurden am Montag, 5. Januar, veröffentlicht.

AFP/ho

Mehr als 276'000 illegale Einwanderer sind im vergangenen Jahr in die Europäische Union gekommen. Dies stelle gegenüber dem Vorjahr eine Zunahme um 138 Prozent dar, sagte EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos am Dienstag bei einer Parlamentsdebatte in Strassburg über die jüngsten Flüchtlingsdramen im Mittelmeer.

Demnach kamen 207'000 der Migranten «illegal über das Mittelmeer». Seit September seien zwölf mit Flüchtlingen beladene Frachter in Europa eingetroffen, was zeige, dass die Schleuser «neue Routen und neue Methoden» finden würden.

EU müsse Massnahmen gegen Schmuggler verstärken

Avramopoulos warnte, ohne ein «entschiedenes und koordiniertes Handeln» der EU werde der Zustrom von Migranten angesichts der Konflikte an den Grenzen der EU weiter anhalten. Die EU müsse vor allem das Vorgehen gegen die Schmuggler verstärken, indem es die Sammlung und den Austausch von Informationen verbessere.

Angesichts der Verlagerung der Flüchtlingsrouten über die Türkei sei Brüssel im Kontakt mit Ankara, um über Konsequenzen zu sprechen, sagte der Kommissar. Er sprach sich zudem für eine Erhöhung des Kontingents an Flüchtlingen aus Syrien aus.

Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi forderte seinerseits in Strassburg, dass sich die EU dem Konflikt in Libyen widme. Über das nordafrikanische Land reisen die meisten Migranten nach Europa. Seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 herrschen in Libyen Anarchie und Gewalt. Der fast vollständige Zusammenbruch der staatlichen Ordnung erleichtert auch die Aktivität der Schmuggler. (sda)

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