St. Gallen - Über 300 Massnahmenkritiker protestieren gegen Corona-Entscheide
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St. GallenÜber 300 Massnahmenkritiker protestieren gegen Corona-Entscheide

Am Mittwoch hat Alain Berset dargelegt, wie er die Massnahmen verschärfen möchte, sollten die Corona-Spitaleintritte weiter steigen. Dagegen regt sich Widerstand. Die Massnahmenkritikerinnen und -kritiker machen ihrem Unmut über Bersets Politik Luft.

von
Reto Heimann

Die Corona-Massnahmenkritikerinnen und -kritiker ziehen durch St. Gallen: Sie demonstrieren gegen das Vorhaben des Bundesrats, die Zertifikats-Pflicht auszuweiten.

20min/jeb

Darum gehts

  • In St. Gallen versammeln sich die Corona-Massnahmenkritikerinnen und -kritiker.

  • Gerade die neusten Vorschläge des Bundesrats zur Ausweitung der Zertifikatspflicht sind den Protestierenden ein Dorn im Auge.

  • Die Polizei behält den Umzug im Auge, die Stimmung ist friedlich.

Am Mittwoch hat Alain Berset die neuesten Corona-Entscheide des Bundesrats bekannt gegeben. Es sind noch keine definitiven Beschlüsse. Der Bundesrat schickt verschiedene Vorschläge in die Vernehmlassung. Er will diese allerdings nur in die Tat umsetzen, «wenn wir wirklich keine andere Wahl haben», sagte Berset.

Konkret schlägt der Bundesrat den Kantonen vor, dass die Zertifikatspflicht ausgeweitet werden könnte. Momentan gilt sie nur für Nachtclubs und Grossveranstaltungen. Künftig könnte man aber auch zu Restaurants, Bars, Fitnesscenter, Zoos, Museen, Theater, Kinos und generell zu den allermeisten Aktivitäten, die in Innenräumen stattfinden, nur noch mit dem COVID-Zertifikat Zutritt bekommen.

Zweitens will der Bundesrat erwirken, dass präventive Corona-Tests kostenpflichtig werden, sprich: Wer sich testen lässt mit dem Ziel, an ein COVID-Zertifikat zu erlangen, muss für diesen Test künftig selbst aufkommen.

«Impfen soll freiwillig sein»

Gegen beide Vorhaben des Bundesrats regt sich Widerstand. In St. Gallen versammelten sich gegen 18 Uhr etwas mehr als 300 Corona-Massnahmenkritikerinnen und -kritiker, um gegen die Corona-Politik des Bundesrats zu demonstrieren. Gemäss 20 Minuten-Reporter vor Ort sind dabei von Corona-Demonstrationen bestens bekannte Gruppierungen wie die «Freunde der Verfassung» oder die «Freiheits-Trychler» anwesend.

«Dazu kommt eine Gruppe von Angestellten aus dem Pflegebereich, die dafür protestieren, dass der Entscheid, sich impfen zu lassen oder eben auch nicht, auch in ihrer Branche freiwillig bleibt», sagt der 20 Minuten-Reporter vor Ort. «Die Stimmung ist allgemein sehr friedlich.»

Unverständnis für Bundesrat

Die Kundgebung war schon vor den heutigen Entscheiden des Bundesrats geplant. Die Entscheide des Bundesrats von heute Mittwoch lösen aber bei den Massnahmengegnerinnen und -gegnern noch mehr Unverständnis aus, als es die Corona-Politik des Bundes ohnehin schon tut.

Die Demo wurde kurzfristig am Mittwochnachmittag bewilligt und wird von der Polizei begleitet. Um 18.30 Uhr setzte sich der Demonstrationszug in Bewegung. «Gemäss Polizei sind 300 bis 400 Personen anwesend. Voran gehen die Trychler mit ihren Glocken, dahinter folgen die übrigen Demo-Teilnehmenden. Die Stimmung erinnert an ein Volksfest», sagt der 20 Minuten-Reporter. «Die Leute sind mit Kind und Kegel da». Der Demonstrationszug soll vom St. Galler Kornhausplatz aus starten und am Bärenplatz enden.

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In St. Gallen versammeln sich am Mittwochabend die Corona-Massnahmenkritikerinnen und -kritiker.

In St. Gallen versammeln sich am Mittwochabend die Corona-Massnahmenkritikerinnen und -kritiker.

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Sie demonstrieren gegen die Corona-Politik des Bundesrats.

Sie demonstrieren gegen die Corona-Politik des Bundesrats.

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Gerade die Ausweitung der Zertifikatspflicht ist ihnen ein Dorn im Auge.

Gerade die Ausweitung der Zertifikatspflicht ist ihnen ein Dorn im Auge.

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