Aktualisiert 09.03.2020 15:47

TobelbachÜber 400 Fische sterben, weil viel Gülle ausläuft

Im Tobelbach verendeten letzte Woche rund 400 Fische. Es soll sich um eine der grössten landwirtschaftlichen Katastrophen im Kanton Zürich in den letzten zehn Jahren handeln.

von
mon
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Letzte Woche liefen bei einem Bauernhof rund 25 Kubikmeter Gülle aus. Im Tobelbach starben deswegen mindestens 400 Fische.

Letzte Woche liefen bei einem Bauernhof rund 25 Kubikmeter Gülle aus. Im Tobelbach starben deswegen mindestens 400 Fische.

Urs Jaudas
Die Kantonspolizei Zürich bestätigt den Vorfall gegenüber dem «Tages-Anzeiger».

Die Kantonspolizei Zürich bestätigt den Vorfall gegenüber dem «Tages-Anzeiger».

Keystone/Walter Bieri

Wegen der Unachtsamkeit eines Bauern sollen im Tobelbach bei Neftenbach ZH mindestens 400 Fische gestorben sein, Tausende kleine Tiere sind zudem verendet. Der Grund: Letzte Woche liefen bei einem Bauernhof in der Region rund 25 Kubikmeter Gülle aus. Die Kantonspolizei Zürich bestätigt den Vorfall gegenüber dem «Tages-Anzeiger».

Laut einem Kapo-Sprecher sei kurz vor 16 Uhr die Feuerwehr alarmiert worden, dass etwa 25'000 Liter Gülle ausgetreten seien. Vor Ort habe man dann rund 400 tote Fische gezählt. «Wie viele zusätzlich weggeschwemmt wurden, ist nicht bekannt», heisst es bei der Kantonspolizei weiter.

Landwirtschaftliche Katastrophe

Wie die Recherchen vom «Tages-Anzeiger» zeigen, besitzt der betroffene Bauer über drei sogenannte Güllegruben, welche die Flüssigkeit speichern. Zwei fassen 300 Kubikmeter, eine 600 Kubikmeter. Da einer der kleineren Gruben voll war, pumpte der Bauer letzten Montag die Flüssigkeit in die grosse Grube.

Das Problem dabei: In der grossen Grube befanden sich schon über 400 Kubikmeter Gülle, die Flüssigkeit trat in der Folge über. Da der Bauer den Hof in der Zwischenzeit verlassen hatte, bemerkte lange niemand, was passiert war.

Bei dem Vorfall handelt es sich laut dem «Tages-Anzeiger» um eine landwirtschaftliche Katastrophe, wie es sie im Kanton Zürich in den vergangenen zehn Jahren so nicht gegeben hat. Das belegen Zahlen des Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel). Dieses zählte zwischen 2010 bis 2019 rund 180 Vorfälle, bei denen meist in kleineren Mengen Gülle ausgelaufen ist. Insgesamt wurden dabei rund 600 tote Fische vorgefunden.

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