Mehr Konkurse: Über 4000 Firmen mussten schliessen
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Mehr KonkurseÜber 4000 Firmen mussten schliessen

Im vergangenen Jahr sind in der Schweiz mehr Firmen Konkurs gegangen. 4379 Unternehmen wurden zahlungsunfähig. Dies sind drei Prozent mehr als 2010.

In der Schweiz sind im vergangenen Jahr 4379 Firmen wegen Zahlungsunfähigkeit Konkurs gegangen. Gemäss der Wirtschaftsauskunftei Dun&Bradstreet (D&B) hat die Zahl der Firmeninsolvenzen damit im Vergleich zu 2010 um 3 Prozent zugenommen.

Die Gesamtzahl der Konkurse insgesamt stieg laut Medienmitteilung von D&B um 6 Prozent auf 6536 Konkurse. Massgeblich beeinflusst wurde die Statistik durch jene Firmen, die wegen Organisationsmängeln in den Konkurs geschickt wurden.

Bei solchen Konkursverfahren, welche das Gesetz erst seit 2008 vorsieht, sind die Firmen nicht insolvent, sondern werden aufgelöst, weil sie beispielsweise ihre Geschäftstätigkeit aufgegeben haben.

Die Zahl der Firmenkonkurse durch Insolvenz stieg am stärksten in der Region Zürich (12 Prozent), gefolgt vom Tessin (8 Prozent) und dem Espace Mittelland (4 Prozent). Einzig in der Genferseeregion hat die Zahl der Insolvenzen gegenüber dem Vorjahr abgenommen (-3 Prozent).

Viele Neugründungen

2011 gab es aber nicht nur mehr Konkurse, mit 39 665 Neueintragungen ins Handelsregister wurden innerhalb eines Jahres auch so viele Firmen gegründet wie noch nie zuvor. Im Vergleich zu 2010 stieg die Zahl der Firmengründungen um 5 Prozent.

Ausser in der Region Nordwestschweiz, wo die Zahl der Firmengründungen im Jahr 2011 stagnierte, verzeichneten sämtliche Regionen eine Zunahme. Spitzenreiterin war die Genferseeregion (10 Prozent) vor dem Tessin (8 Prozent) und dem Espace Mittelland (6 Prozent).

Werden die Neueintragungen allerdings den Löschungen gegenübergestellt, ist die Zahl der Firmen in der Schweiz 2011 nur um 11 620 gewachsen. Ein tieferer Nettozuwachs wurde letztmals im Jahr 2006 verzeichnet. Im Vergleich zum Vorjahr nahm das Nettowachstum um 5 Prozent ab.

Eurokurs als Insolvenzgrund

Gemäss Dun&Bradstreet-Sprecher Christian Wanner hat die Zahl der Insolvenzen besonders im Maschinenbau, dem Druckgewerbe sowie in der chemischen Industrie zugenommen. Die Zunahme der Konkurse in den exportorientierten Industrien könne auf den starken Franken zurückgeführt werden. Auf dem Vorjahresniveau geblieben sind die Insolvenzen in der Uhrenindustrie, wie Wanner weiter sagte.

Bei den Neugründungen stechen laut Wanner besonders die Textil- und Bekleidungsindustrie ( 24 Prozent) sowie die Personalvermittlungsbüros ( 22 Prozent) hervor. (sda)

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