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Extreme HitzeÜber 45 Grad – wie halten die Inder das nur aus?

In Indien sterben täglich Dutzende Menschen infolge einer extremen Hitzewelle. Die Behörden raten, zu Hause zu bleiben. Das können sich aber nur wenige leisten.

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Andauernde Hitzewelle in Indien: Ein Mann wischt sich in Delhi den Schweiss aus dem Gesicht. (24. Mai 2015)

Andauernde Hitzewelle in Indien: Ein Mann wischt sich in Delhi den Schweiss aus dem Gesicht. (24. Mai 2015)

kein Anbieter/AP Photo/Tsering Topgyal
Selbst die Infrastruktur leidet unter den hohen Temperaturen: Der Asphalt unter einem Zebrastreifen in Delhi schmilzt. (27. Mai 2015)

Selbst die Infrastruktur leidet unter den hohen Temperaturen: Der Asphalt unter einem Zebrastreifen in Delhi schmilzt. (27. Mai 2015)

kein Anbieter/EPA
Seit Mitte April sind mehr als 1400 Menschen an den Folgen der Hitze gestorben: Ein Bauer sitzt auf seinem vertrockneten Feld in der Nähe des südindischen Dorfs Gauribidanur. (26. Mai 2015)

Seit Mitte April sind mehr als 1400 Menschen an den Folgen der Hitze gestorben: Ein Bauer sitzt auf seinem vertrockneten Feld in der Nähe des südindischen Dorfs Gauribidanur. (26. Mai 2015)

kein Anbieter/EPA

Kinder bleiben in den Schulzimmern, die Strassen sind fast leer, mit Taschentüchern und Schals schützen die Menschen ihre Gesichter gegen die sengende Hitze: Seit Wochen herrschen in den Regionen Andhra Pradesh und dem benachbarten Telangana im Südosten Indiens Temperaturen über 45 Grad Celsius. Bisher sind wegen dieser Hitze 1412 Menschen ums Leben gekommen. Die Behörden rufen Ärzte auf, ihre Ferien zu unterbrechen, um in die überfüllten Spitäler zurückzukehren, berichtet «Channel News Asia».

Experten empfehlen in einem Bericht des «Indian Express», in den Häusern zu bleiben, den Kopf zu bedecken und viel Wasser zu trinken.

«Entweder setzen wir unser Leben aufs Spiel oder wir haben nichts zu essen»

Doch viele können es sich nicht leisten, solche Tipps zu befolgen. «Wenn ich wegen der Hitze nicht arbeite, wie soll meine Familie überleben?», fragt der Bauarbeiter Mahalakshmi, der in Nizamabad kaum vier Franken am Tag verdient.

Die Ärmsten müssen hart arbeiten, sei es auf dem Bau oder auf dem Feld. «Entweder wir arbeiten und setzen unser Leben aufs Spiel oder wir haben nichts zu essen», bringt Bauer Narasimha seine Lage auf den Punkt. Auch der 28-jährige Schrottsammler Akhlaq sagt: «Manchmal hab ich Fieber und starke Kopfschmerzen, aber ich muss weitermachen, um etwas Geld zu verdienen.»

Erst der Monsun bringt Erleichterung

In den Elendsvierteln hat kaum jemand Zugang zu einem Gebäude mit Klimaanlage. In der Ortschaft Khammam meint ein Lehrer: «Wir lassen die Kinder nicht nach draussen.» Der Ort verzeichnete in den letzten Tagen mit 48 Grad die höchste Temperatur seit 67 Jahren.

Meteorologen zufolge wird die qualvolle Hitze andauern. Derweil drohen Ernten zu verbrennen und Arbeitstiere tot umzufallen.

Abkühlung durch Monsunregen wird erst in der kommenden Woche erwartet. Der Monsun wird dann vom südlichen Kerala allmählich nach Norden ziehen. Bis dahin verteilen Freiwillige gesalzene Buttermilch und Zwiebeln – das soll gegen Dehydrierung helfen. (kle/sda)

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