Aktualisiert 06.04.2015 11:32

Jemen

Über 50 Tote bei Gefechten in Aden

Huthi-Rebellen und Anhänger des jemenitischen Präsidenten Hadi liefern sich in Aden heftige Gefechte. Vor allem der Hafen ist schwer umkämpft.

Schiitische Huthi-Rebellen versammeln sich am 5. April 2015 in der jemenitischen Hafenstadt Aden.

Schiitische Huthi-Rebellen versammeln sich am 5. April 2015 in der jemenitischen Hafenstadt Aden.

Bei den jüngsten Kämpfen in der jemenitischen Hafenstadt Aden sind nach Angaben von Ärzten und Militärs mindestens 53 Menschen getötet worden. Unter den Opfern der Gefechte zwischen Huthi-Rebellen und den Anhängern von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi sind auch 17 Zivilisten.

Das sagte ein Arzt am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Zudem seien zehn Mitglieder der Hadi-treuen sogenannten Volkskomitees getötet worden. Aus Militärkreisen verlautete, auf Seiten der Rebellen habe es 26 Tote gegeben. Laut Augenzeugen dauerten die Gefechte am Montag an.

Gefechte am Hafen

Gipfeltreffen der Arabischen Liga und Fortsetzung der Luftangriffe auf Ziele im Jemen

Insbesondere im zentralen Viertel Al-Moalla gab es heftige Kämpfe, da die Rebellen den Hafen einzunehmen versuchten. Dieser wird von den Volkskomitees verteidigt, die von einer arabischen Koalition unter Führung Saudi-Arabiens mit Waffen und Luftangriffen unterstützt werden.

Tote bei Luftangriff nahe Flüchtlingslager im Jemen

Im Jemen gibt es schon seit Wochen heftige Kämpfe zwischen den schiitischen Huthi-Rebellen und verbündeten Armeeeinheiten sowie den Truppen und Milizen von Präsident Hadi, der im Februar aus der Hauptstadt Sanaa nach Aden floh.

Als die Huthi-Rebellen Mitte März auf die südliche Hafenstadt vorrückten, floh Hadi weiter nach Saudi-Arabien und bat das Königreich um militärische Unterstützung. Saudi-Arabien und verbündete arabische Staaten begannen daraufhin am 26. März, Luftangriffe auf die Huthi-Rebellen zu fliegen. (sda)

Rotkreuz-Hilfsgüter erreichen Aden

Rotkreuz-Hilfsgüter erreichen Aden

Das Rote Kreuz hat erstmals seit Ausbruch der Kämpfe dringend benötigten medizinischen Bedarf in Spitäler der südjemenitischen Metropole Aden gebracht. Konvois des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) erreichten die Stadtteile Kraitar und Al-Moalla.

Das teilte der Leiter der IKRK-Operationen in Nahost, Robert Mardini, am Montag mit. «Aden ist eine Geisterstadt», schrieb er im Kurznachrichtendienst Twitter. «Die Einwohner sind nirgendwo zu sehen und das Ausmass der Zerstörung der Stadt wird immer offensichtlicher.»

In Aden kämpfen örtliche Anhänger des geflohenen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi und die aus dem Norden vorrückenden Huthi-Rebellen seit zwei Wochen um die Kontrolle über die Stadt. Seit dem 26. März bombardieren Flugzeuge einer von Saudi-Arabien geführten regionalen Allianz Stellungen und Waffenlager der Huthis.

Der UNO-Sicherheitsrat wollte am Montagabend über einen russischen Vorschlag beraten, der eine humanitäre Feuerpause in Aden vorsieht, damit die notleidende Bevölkerung versorgt werden kann.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.