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Über 63 000 Autofahrer mussten Billett abgeben

In der Schweiz haben im vergangenen Jahr 63.401 Autofahrerinnen und -fahrer ihr Billett abgeben müssen. Das waren 4,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Stark zugenommen haben die Entzüge wegen Medikamenten und Drogen.

Fast die Hälfte der Führerausweisentzüge erfolgte wegen Geschwindigkeitsübertretungen.

Insgesamt kam es wegen Geschwindigkeitsübertretungen zu 31.692 Führerausweisentzügen, was einer Zunahme um 14,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht, wie das Bundesamt für Strassen (ASTRA) am Dienstag in Bern mitteilte. Die Zahl der Führerausweisentzüge wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand stieg um 13,9 Prozent auf 17.502 Fälle. Zudem mussten 950 Trunksüchtige oder 3,1 Prozent weniger als im Vorjahr ihren Ausweis auf unbestimmte Zeit abgeben.

Auffallend ist laut ASTRA die steigende Zahl der Ausweisentzüge im Zusammenhang mit der Einnahme von Medikamenten und Drogen sowie wegen Drogensucht. Wegen Medikamentenmissbrauchs oder Drogenkonsums musste in 999 Fällen der Ausweis warnungshalber befristet entzogen werden. Das waren 47,8 Prozent mehr als 2003. Die Zahl der Drogensüchtigen, die ihren Ausweis auf unbestimmte Zeit abgeben mussten, stieg um 27,8 Prozent auf 1.472 Entzüge.

Um 10,9 Prozent auf 13.690 angestiegen ist die Zahl der Ausweisentzüge in der Alterskategorie der 20- bis 24-Jährigen. Unter 20 Jahren mussten 2.965 Fahrzeuglenker ihr «Billett» abgeben, was einen Rückgang um 6,3 Prozent bedeutet. Die Alterskategorie der 40- bis 49-Jährigen war mit 12.127 Entzügen die am zweitstärksten betroffene Altersgruppe. Die Zunahme um 13,2 Prozent bedeutet auch den stärksten Anstieg aller Altersgruppen. Die älteren Fahrzeugteilnehmer dagegen scheinen vorsichtiger zu fahren. 1.902 Mal mussten Fahrzeuglenker im Alter von 70 Jahren oder mehr den Ausweis abgeben, was 52,2 Prozent weniger waren als im Vorjahr.

Die Dauer der Ausweisentzüge betrug in fast 30.000 Fällen weniger als einen Monat. Für zwei Monate den Ausweis abgeben mussten 11.533 Autolenker, für drei Monate 5.526 Autolenker. Vier bis sechs Monate ohne Führerausweis auskommen mussten oder müssen 7.889 Verkehrsteilnehmer. In 1.328 Fällen erfolgte der Ausweisentzug für über ein Jahr und in 7.795 Fällen wurde der Ausweisentzug gar unbefristet angeordnet. Dauernd abgeben mussten 45 Verkehrsteilnehmer ihren Ausweis.

Neben den Führerausweisentzügen wurden im vergangenen Jahr 50.918 Verwarnungen ausgesprochen, was einer Zunahme um 3,8 Prozent entspricht. Fast 37.000 Verwarnungen erfolgten wegen Geschwindigkeitsübertretungen. An zweiter Stelle der Begründung von Verwarnungen waren Unaufmerksamkeit mit 5.392 Fällen und Missachten des Vortritts mit 4.874 Fällen. (dapd)

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