«Absolut singulärer Fall»: Über 7 Tonnen Cannabis für fast 38 Millionen Franken

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«Absolut singulärer Fall»Über 7 Tonnen Cannabis für fast 38 Millionen Franken

Ein 41-jähriger Mann ist am Dienstag vom Zürcher Obergericht verurteilt worden. Er war am Verkauf von mindestens 7 Tonnen Cannabis beteiligt.

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Um Cannabis-Handel im grossen Stil ging es am Dienstag vor dem Zürcher Obergericht.

Um Cannabis-Handel im grossen Stil ging es am Dienstag vor dem Zürcher Obergericht.

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Ein Mann wurde zu einer Freiheitsstrafe von elf Jahren verurteilt, weil er am Verkauf von über sieben Tonnen Cannabis beteiligt war.

Ein Mann wurde zu einer Freiheitsstrafe von elf Jahren verurteilt, weil er am Verkauf von über sieben Tonnen Cannabis beteiligt war.

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Das Gericht sprach von einem «absolut singulären» Fall in der Schweizer Rechtsprechung.

Das Gericht sprach von einem «absolut singulären» Fall in der Schweizer Rechtsprechung.

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Darum gehts

  • Das Zürcher Obergericht hat einen 41-jährigen Mann zu elf Jahren Gefängnis verurteilt.
  • Er hat im grossen Stil mit Cannabis gehandelt und dabei Millionen erwirtschaftet.
  • Dem Kanton muss er eine Million Franken abliefern.

Ein 41-jähriger Mann hat sich am Dienstag wegen Drogenhandels und Geldwäscherei vor dem Zürcher Obergericht verantworten müssen. Das Obergericht bestätigte das Urteil der Vorinstanz, die ihn zu 11 Jahren Haft verurteilt hatte.

Zur Haftstrafe hinzu kommt eine Geldstrafe von 360 Tagessätzen zu 30 Franken. Ausserdem muss der Verurteilte dem Kanton Zürich eine Million Franken abliefern für sein «unrechtmässig» erwirtschaftetes Geld. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

«Absolut singulärer Fall in der Schweiz»

Es handle sich um einen «absolut singulären» Fall in der Schweizer Rechtssprechung, so das Obergericht. Der Beschuldigte und seine Mittäter seien «äusserst professionell, dreist und verwegen» vorgegangen. Würde sich die Strafe nur nach dem Umsatz bemessen, fiele die Strafe milder aus. Allerdings sei auch die Stellung des Beschuldigten in der Organisation zu berücksichtigen.

Zudem habe er aus reinem finanziellen Interesse gehandelt, eine Notlage habe nicht bestanden, so das Gericht weiter. So habe er auch die Geldwäscherei nur betrieben, um die «Drogenmaschinerie» am Leben zu erhalten. Diese sei mit grossem logistischem Aufwand und komplexen Organisationsgrad betrieben worden. Das Obergericht attestierte dem Beschuldigten ein grosse kriminelle Energie und ein ausgeprägtes Gewinnstreben.

Importe und eigene Plantagen

Die Staatsanwaltschaft warf dem Beschuldigten vor, zwischen 2010 und 2016 am Verkauf von mindestens 7296 Kilogramm Cannabis beteiligt gewesen zu sein. Damit hätten er und seine Komplizen einen Umsatz von 37,7 Millionen Franken erzielt. Die Drogen sollen aus Importen aus dem Ausland sowie eigenen Hanf-Indoorplantagen gekommen sein.

Gut fünf Millionen Franken aus dem Drogenhandel soll der Beschuldigte gewaschen haben, etwa durch Investitionen in Firmen. Der Staatsanwalt attestierte dem Mann vor Obergericht eine «extrem hohe kriminelle Energie» und forderte eine Bestätigung des Urteils der Vorinstanz. Der Beschuldigte wurde bereits im April 2016 verhaftet und sitzt seither im Gefängnis.

Sofortige Haftentlassung gefordert

Seine Anwälte hatten das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom Dezember 2018 angefochten. Sie plädierten vor Obergericht auf Strafminderung und sofortige Haftentlassung. Die Anklageschrift sei in Teilen derart vage, dass sie «beliebig» werde. Damit sei eine Verteidigung unmöglich. Die Anwälte monierten insbesondere, dass die Staatsanwaltschaft oft keine präzisen Angaben zu Tatzeitpunkten machen konnte.

Dazu seien die Mengenangaben der Anklage «reine Mutmassungen» und basierten teilweise auf Hochrechnungen. So argumentierten die Anwälte des Beschuldigten etwa, dass in den Indooranlagen nur gut 220 Kilogramm Marihuana geerntet wurden – und nicht über vier Tonnen, wie die Staatsanwaltschaft angibt.

«Nichte kennenlernen und Göttikinder wiedersehen»

Der dem Beschuldigten anrechenbare Umsatz der Drogengeschäfte belaufe sich deswegen insgesamt auf etwas über eine Million Franken. Angezeigt sei darum eine Freiheitsstrafe von 36 Monaten. Da der Beschuldigte bereits viereinhalb Jahre im Gefängnis sitze, sei er sofort zu entlassen und für die Überhaft zu entschädigen.

Der 41-jährige Beschuldigte sagte vor Obergericht, er sei sich seiner Fehler mehr als bewusst, auch wenn sie nicht ansatzweise das seien, was die Staatsanwaltschaft ihm vorwerfe. Er wolle in Zukunft ein bedachteres Leben führen, endlich seine sechs Monate alte Nichte kennenlernen und seine Göttikinder wiedersehen.

(SDA, tam)

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