13.06.2016 14:55

Razzien in Bangladesch

Über 8500 Festnahmen in nur drei Tagen

Nach einer Serie von Attentaten haben Sicherheitskräfte in Bangladesch seit Freitag bei landesweiten Razzien mehr als 8500 Personen in Gewahrsam genommen.

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Bei landesweiten Razzien wurden in Bangladesh seit dem 12. Juni mehr als 8500 Menschen festgenommen.

Bei landesweiten Razzien wurden in Bangladesh seit dem 12. Juni mehr als 8500 Menschen festgenommen.

AFP/-
Allein in den ersten 24 Stunden wurden mehr als 3200 Verdächtige gefasst.

Allein in den ersten 24 Stunden wurden mehr als 3200 Verdächtige gefasst.

AFP/-
Die Opposition wirft der Regierung vor, mit den Razzien auch politische Gegner mundtot machen zu wollen.

Die Opposition wirft der Regierung vor, mit den Razzien auch politische Gegner mundtot machen zu wollen.

AFP/-

Die Regierung in Bangladesch hat mit landesweiten Razzien auf eine Serie von Morden an Angehörigen religiöser Minderheiten sowie säkularen Aktivisten und Künstlern reagiert. Seit Freitag sind nach Angaben des «Wall Street Journal» mehr als 8500 Menschen festgenommen worden.

Schon am ersten Tag allein wurden innert wenigen Stunden mehr als 3200 Verdächtige gefasst, am Wochenende waren es insgesamt rund 5800 Menschen. Nach Angaben des stellvertretenden Polizeichefs, Shahidur Rahman, handelt es sich bei der Mehrheit der Festgenommenen um gewöhnliche Kriminelle, gegen die ein Haftbefehl vorliege.

Hinter den meisten Morden steht der IS

Ein kleiner Teil seien jedoch militante Islamisten. Unter den gefassten Islamisten befänden sich 32 Mitglieder der verbotenen Gruppe Jamayetul Mujahideen Bangladesh (JMB).

Bei Polizeiaktionen in den vergangenen Tagen waren bereits fünf JMB-Mitglieder getötet worden. Die Regierung macht die JMB für die meisten der rund 50 Morde an Aktivisten, Künstlern und Angehörigen der christlichen und hinduistischen Minderheiten verantwortlich. In den vergangenen Wochen hatte die Welle der Gewalt einen neuen Höhepunkt erreicht.

Erst vergangenen Freitag wurde ein Arbeiter eines Hindu-Klosters bei seinem Morgenspaziergang mit einer Machete ermordet. Zu den meisten Angriffen bekannten sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und der südasiatische Ableger des Terrornetzwerks

al-Qaida.

Die Opposition wirft der Regierung vor, mit den Razzien auch politische Gegner mundtot machen zu wollen. (kle/sda)

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