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SkypunchÜber der Schweiz öffnete sich die Himmelspforte

Sensationelle Wolkenbilder haben Leser-Reporter am Donnerstag in der Schweiz geschossen. Meteorologen sprechen von einem seltenen Phänomen. Es ist nur dank Eiskristallen möglich.

von
feb

Was die Leser-Reporter Cyrill Engel und Falk Schubert am Donnerstag in der Schweiz fotografieren konnten, ist alles andere als alltäglich. Mysteriöse Wolkenbilder zeigten sich ihnen, beide haben noch nie etwas Ähnliches gesehen. Während Engel das Phänomen in Brissago TI beobachten konnte, zeigte sich die ungewöhnliche Wolke Schubert in Melchsee-Frutt OW. «Wir staunten alle und wissen nicht, was wir da gesehen haben», sagt er.

Dominique Lüthi, Meteorologe von MeteoNews, spricht von einem «seltenen bis sehr seltenen Phänomen», das Skypunch oder Hole Punch Cloud genannt wird. «Diese Wolkenform entsteht durch sich plötzlich bildende Eiskristalle», erklärt Lüthi. Die Eiskristalle entziehen dabei der Umgebung die Feuchtigkeit und die umgebenden Wolken lösen sich auf. «Aufgrund des höheren Gewichts beginnen die Eiskristalle zu sinken.» Der Prozess beginnt laut dem Meteorologen auf relativ kleinem Raum und dehnt sich dann kreisförmig aus.

Es braucht unterkühltes Wasser

Damit das Phänomen entstehen kann, braucht es eine Störung, die zum Beispiel durch Flugzeuge verursacht werden kann. Dabei ist vor allem wichtig, dass sich in der Wolke unterkühltes Wasser befindet. Unterkühltes Wasser ist Wasser, dass bei Temperaturen von bis zu -40°C immer noch flüssig ist. Fliegt nun ein Flugzeug durch eine Schicht mit unterkühltem Wasser, wird an der Spitze des Flugzeugs die Luft ausgedehnt, wodurch sich die Temperatur blitzartig senkt und das Wasser gefriert.

Die Bedingungen waren am Donnerstag offenbar optimal. Konnten Sie das Phänomen Hole Punch Cloud ebenfalls fotografieren? Dann schicken Sie uns ein Bild an: feedback@20minuten.ch

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