Aktualisiert 14.05.2020 13:31

Food-Waste

Hilf mit, dass hunderte Glaces nicht im Abfall landen

Nutzer der App Too Good to Go können bis Freitag Hofglaces von der Jucker Farm auf dem Bächlihof in Rapperswil-Jona beziehen. Die rund 300 Glaces erreichen bald ihr Mindesthaltbarkeitsdatum, können aber immer noch ohne Bedenken konsumiert werden.

von
Jil Rietmann

Darum gehts

  • Die Jucker Farm und die App Too Good to Go spannen zusammen, um Glaces vor dem Abfall zu retten.
  • Über die kostenlose App gibt es Apfel- und Zwetschgen-Sorbet zum Preis von 9.90 Franken für sechs Glaces.
  • Die bestellten Portionen zahlt man auf der App und holt sie dann auf dem Bächlihof in Jona SG ab.
  • Es werden nur natürliche Zutaten für die Glaces verwendet. Auch der Becher ist zu 100 Prozent biologisch abbaubar.
  • Durch die Zusammenarbeit erhoffen sich die Jucker Farm und Too Good to Go, nicht nur Lebensmittel zu retten, sondern vor allem auch Aufmerksamkeit für das Thema Food-Waste zu generieren.

Über die kostenlose App Too Good to Go gibt es zum Preis von 9.90 Franken sechs Glaces Apfel- und Zwetschgen-Sorbet, die man vor dem Abfall retten kann. Die etwa 300 Glaces stehen kurz vor dem Ablauf des Mindeshaltbarkeitsdatums, sind aber noch ohne Bedenken geniessbar. Die Kunden bestellen und bezahlen die Portionen direkt auf der App und holen die Glaces zu bestimmten Abholzeiten auf dem Bächlihof in Jona SG ab, wie es in einer Medienmitteilung heisst.

«Als Bauernhof sehen wir den Wert, der hinter jedem Produkt steckt, und arbeiten deshalb täglich daran, Food-Waste zu vermeiden. Allerdings klappt es nicht immer, wie jetzt in diesem Fall bei den Hofglaces», sagt Nadine Gloor, Leiterin Marketing und Kommunikation von Jucker Farm. Durch die Schliessung der Gastronomie sei ein wichtiger Absatzkanal weggefallen. «Zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt – im April herrschte schliesslich perfektes Glace-Wetter.» Deshalb wolle man jetzt die bald ablaufenden Zwetschgen- und Apfel-Sorbets mit Hilfe von Too Good to Go vor der Abfalltonne retten.

Über Too Good to Go

Too Good to Go ist eine Bewegung gegen Food-Waste. Über eine Gratis-App verbindet die Firma Betriebe mit Konsumenten, damit diese gemeinsam übriggebliebenes Essen retten können. Das bietet Vorteile für alle Beteiligten: Die Betriebe reduzieren Food-Waste, haben zusätzliche Einnahmen und einen neuen Absatzkanal. Die Nutzer erhalten leckeres Essen zu einem Drittel vom ursprünglichen Preis und können neue Betriebe ausprobieren. Und das Wichtigste ist: Die Umwelt wird geschont. Nebst der App hat die Bewegung das Label «oft länger gut» für Produkte mit Mindesthaltbarkeitsdaten zusammen mit verschiedenen Produzenten eingeführt, um den Unterschied zwischen Haltbarkeitsdaten zu verdeutlichen.

Die Zwetschgen stammen vom Bächlihof, die Äpfel von Bäumen auf dem Juckerhof oder dem Bächlihof. Hergestellt werden die Glaces bei Dieci Gelato in Rapperswil. Für die Hofglaces werden nur natürliche Zutaten verwendet. Keine Farbstoffe, künstlichen Aromen oder Konservierungsstoffe findet man in den Glaces. Sogar die Becher sind zu 100 Prozent biologisch abbaubar.

Thema Food-Waste immer noch aktuell

In der Schweiz landet ungefähr ein Drittel aller produzierten Lebensmittel im Abfall. Dies hat enorme Auswirkungen auf die Umwelt, denn ein Kilo Essen verursacht in der Herstellung circa 2,5 Kilo CO2-Emissionen. Weitere negative Auswirkungen sind unnötige Landnutzung, Wasserverschwendung und erhöhte Preise der Nahrungsmittel. Durch die Zusammenarbeit erhoffen sich die Jucker Farm und Too Good to Go, nicht nur Lebensmittel zu retten, sondern vor allem auch Aufmerksamkeit für das Thema Food-Waste zu generieren. Denn das Essen gehöre auf den Teller – nicht in die Tonne.

«Wir alle können etwas gegen Food-Waste tun. Kleine Gesten und einfache Massnahmen, die wenig Aufwand erfordern, haben grosse positive Auswirkungen auf die Umwelt. Es ist beunruhigend, zu sehen, dass in der Schweiz ein Drittel der produzierten Lebensmittel weggeworfen werden. Das ist, als würden wir drei Taschen voller Lebensmittel einkaufen und einen davon auf dem Nachhauseweg liegen lassen. Lebensmittelverschwendung hat offensichtlich ökologische, aber auch soziale und wirtschaftliche Folgen», sagt Alina Swirski, Country Managerin von Too Good to Go Schweiz.

1 / 7
Bis am Freitag können Nutzer der App Too Good to Go Glaces von der Jucker Farm auf dem Bächlihof in Rapperswil-Jona beziehen.

Bis am Freitag können Nutzer der App Too Good to Go Glaces von der Jucker Farm auf dem Bächlihof in Rapperswil-Jona beziehen.

Jucker Farm AG
Die rund 300 Glacés erreichen bald ihr Mindesthaltbarkeitsdatum, können jedoch immer noch unbedenklich gegessen werden.

Die rund 300 Glacés erreichen bald ihr Mindesthaltbarkeitsdatum, können jedoch immer noch unbedenklich gegessen werden.

Jucker Farm AG
Über die Too Good To Go App kann man sein Favoriten-Glacé bestellen und auch gleich bezahlen.

Über die Too Good To Go App kann man sein Favoriten-Glacé bestellen und auch gleich bezahlen.

Too Good To Go
Fehler gefunden?Jetzt melden.
3 Kommentare
Wir optimieren kontinuierlich unsere Services - aktuell arbeiten wir an unserem Web-Auftritt und so kann es zu Unterbrüchen bei der Kommentarfunktion kommen.