Solidaritätswelle: Über eine Million Tweets für entführte Mädchen
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SolidaritätswelleÜber eine Million Tweets für entführte Mädchen

Mit einer spontanen Twitter-Kampagne schwappt eine Solidaritätswelle für die von Terroristen in Nigeria verschleppten Mädchen über den Globus. Sie erhöht den Druck auf die Akteure.

von
kmo

Schon über eine Million Twitterer weltweit fordern unter dem Hashtag #BringBackOurGirls (dt: bringt unsere Mädchen zurück) die Freilassung der in Nigeria verschleppten Schülerinnen. Und jede Sekunde kommen neue dazu.

Weltweite Proteste gegen Entführung von Schülerrinnen in Nigeria

Prominente Frauen wie Michelle Obama, Queen Latifah oder Mary J. Blige verleihen der spontanen Kampagne die Prise Glamour. Berühmte Männer wie Sean Penn, Justin Timberlake oder Ashton Kutcher sprechen mit ihren geposteten Fotos ihre Geschlechtsgenossen direkt an: Auf den Bildern halten sie Plakate mit dem Slogan Real Men Don't Buy Girls (dt: echte Kerle kaufen keine Mädchen) in den Händen.

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Kampagne begann in Nigeria

Die Kampagne war ist eine spontane Reaktion auf eine Rede von Oby Ezekwelili, Vize-Präsidentin der Afrikanischen Weltbank und ehemalige Bildungsministerin Nigerias, am 23. April. Nigerianische Twitterer gründeten darauf aus einem Schlüsselsatz dieser Rede den Hashtag #BringBackOurGirls – und nur wenige Tage später schwappte ein wahrer Solidaritätstsunami über den Globus.

Dass die Kampagne direkt etwas zur Freilassung der fast 300 entführten Mädchen in Nigeria beitragen kann, ist zu bezweifeln. Doch zumindest richtet sich die Aufmerksamkeit der Welt plötzlich auf die Terrorgruppe Boko Haram, die schon seit Jahren ihr Unwesen in Nigeria treibt. Neben blutigen Attentaten und Terroranschlägen gehört auch die Entführung von Kindern und Frauen zum Geschäft der Terroristen.

So schnell verbreitete sich der Hashtag weltweit:

(Quelle: YouTube/Michael Rusch)

Plötzlich ist Nigeria ein Thema

Dass die Islamisten zwei Wochen nach der Verschleppung der 276 Schülerinnen Mitte April weitere mindestens acht Mädchen entführten, sorgte nun plötzlich weltweit für Schlagzeilen. Die Twitter-Kampagne – und auch die fast täglichen Proteste auf den Strassen Nigerias – erhöhte so den Druck auf den nigerianischen Staatspräsidenten Goodluck Jonathan. Am 7. Mai setzte er beispielsweise 312'000 Dollar Belohnung für Hinweise auf den Aufenthalt der entführten Schülerinnen aus und erklärte, er wolle die Bemühungen zur Befreiung der Geiseln verstärken.

Auch ausserhalb Nigerias kommen Politiker unter Druck. US-Präsident Barack Obama verkündete am 6. Mai, dass er Nigeria bei der Suche nach den Mädchen helfen will. Ähnliche Hilfsangebote kamen auch von Grossbritannien und Frankreich.

Tweet von Marius Müller Westernhagen:

Tweet von Whoppy Goldberg:

Tweet von Forest Whitaker:

Tweet von «Superman»:

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