Kanton Wallis: Über Felswand in den Tod gestürzt – Bauer (24) verliert 15 Kühe auf einmal

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Kanton WallisÜber Felswand in den Tod gestürzt – Bauer (24) verliert 15 Kühe auf einmal

Björn Kreuzer ist schockiert. Von seinen 27 Kühen auf einer Alp sind 15 zu Tode gestürzt. Was die Tiere so erschrocken hat, dass sie über die Felswand fielen, ist derzeit noch unklar. 

von
Lucas Orellano
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15 Kühe starben beim Sturz über eine Felswand.

15 Kühe starben beim Sturz über eine Felswand.

Privat
Der Schock ist bei Björn Kreuzer auch mehrere Tage nach dem Unglück noch spürbar. Der 24-Jährige damit hat mehr als die Hälfte seiner Kuhherden verloren.

Der Schock ist bei Björn Kreuzer auch mehrere Tage nach dem Unglück noch spürbar. Der 24-Jährige damit hat mehr als die Hälfte seiner Kuhherden verloren.

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Mit 27 Tieren zog er Anfang Sommer auf die Alp im Goms, nun sind 15 von ihnen gestorben.

Mit 27 Tieren zog er Anfang Sommer auf die Alp im Goms, nun sind 15 von ihnen gestorben.

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Darum gehts

Der Schock ist bei Björn Kreuzer auch mehrere Tage nach dem Unglück noch spürbar. Der 24-Jährige hat mehr als die Hälfte seiner Kuhherde verloren. Mit 27 Tieren zog er Anfang Sommer auf die Alp im Goms, nun sind 15 von ihnen gestorben. Der «Walliser Bote» berichtete zuerst über den Vorfall.

Demnach war es ein Jäger, der die toten und mehrere verletzte Tiere am Samstagmorgen fand. Sie waren über eine Felswand beim Lowwinebach, nordöstlich von Ulrichen VS, in den Tod gestürzt. Fünf von den abgestürzten Tieren hatten den Fall überlebt, zwei mussten eingeschläfert werden.

«Noch nie einen solchen Vorfall erlebt»

«Ich kann mich nicht daran erinnern, dass so etwas ähnliches hier in der Gegend schon einmal passiert ist», sagt Kreuzer zu 20 Minuten. «Vor einigen Jahren gab es einen Fall mit acht Kühen, aber 15 sind ja doppelt so viele.» 

Die Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere (DJFW) bestätigt gegenüber dem «Walliser Boten» den Vorfall und schreibt: «Am Samstagnachmittag wurde der zuständige Wildhüter zusammen mit einem Mitarbeiter der Kantonspolizei an die Absturzstelle geflogen, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Anschliessend wurden die toten Tiere vom Wildhüter und einem Tierarzt ausführlich begutachtet.» 

Für die Bergung der verletzten Tiere war Air Zermatt im Einsatz, was die Organisation gegenüber 20 Minuten bestätigt. 

Emotionaler Verlust

Wie hoch der finanzielle Verlust für Kreuzer ist, kann und möchte er derzeit noch nicht beziffern. Viel schwerer wiegt für ihn – zumal er versichert ist – der emotionale Aspekt: «Ich habe 15 meiner Kühe verloren, das hat mich schwer getroffen. Sich davon zu erholen, braucht Zeit, auch wenn es mir mittlerweile wieder ein bisschen besser geht als am Wochenende. Es ist sehr schwierig für mich.»

Wie die DJWF gegenüber dem «Walliser Boten» schreibt, hatten sich die Kühe längere Zeit im Gebiet der Absturzstelle aufgehalten. Wieso sie über den Felsvorsprung zu Tode gestürzt sind, bleibe offen. Die Frage liegt nahe: Hat ein Wolf die Kuhherde erschreckt?

Durch Wolf in Panik versetzt?

«Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass die Kühe von einem Wolf oder einem Wolfsrudel in Panik versetzt wurden», sagt Kreuzer. «Kühe machen so etwas normalerweise nicht. Meine Kühe sind sehr ruhig und lassen sich nicht so schnell erschrecken. Sie sind auch Menschen gewöhnt. Vielleicht könnte sie ein Blitz in Panik versetzen, aber als das passiert ist, gab es in der Gegend keine Gewitter.»

Die zuständige Wildhut kann weder ausschliessen noch bestätigen, dass ein Wolf im Spiel gewesen sei. «An den Tieren wurden keine Verletzungen gefunden, welche auf einen Wolfsangriff schliessen lassen. Ob ein Wolf oder eine andere Störung – wie Gewitter, Hund oder anderes – die Tiere flüchten liess, lässt sich somit nicht abschliessend klären», heisst es beim «Walliser Boten». Derzeit sollen sich zwei registrierte Wölfe im Goms aufhalten.

Für Kreuzer ist das frustrierend: «Wir sind erst vor drei Jahren von Schafen auf Kühe umgestiegen, gerade wegen der Wolfsrisse», sagt er zu 20 Minuten. «Für mich ist nach diesem Vorfall die Alpwirtschaft in Gefahr. Sollen wir unsere Tiere denn gar nicht mehr auf die Alp bringen? Dabei wird doch gerade im Abstimmungskampf von den Leuten viel Auslauf für Tiere gefordert, die auch den Wolf schützen wollen.» 

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