Ylenias Mutter: «Über Politiker rege ich mich auf»

Aktualisiert

Ylenias Mutter«Über Politiker rege ich mich auf»

Vor rund einem Jahr ist Ylenia entführt und getötet worden. Ihre Mutter, Charlotte Lenhard (44), trauert weiterhin und ist wütend auf die Politik.

47 Tage bangte die ganze Schweiz im vergangenen Sommer mit Charlotte Lenhard um das Leben der fünfjährigen Ylenia – vergebens. «Wenn ich draussen die Kinder höre, mit denen Ylenia so gerne spielte, drückt es mir oft fast das Herz ab», erzählt Charlotte Lenhard ein Jahr nach der Tat im Interview mit der «Schweizer Illustrierten».

Sie nehme psychologische Beratung in Anspruch, gehe täglich auf den Friedhof, aber die genaue Fundstelle habe sie noch nie besucht. Nachdem Ylenia gefunden worden war, so Mutter Charlotte weiter, «bekam ich Anrufe von Leuten, die behaupteten, sie lebe noch. Das belastete mich sehr». Zudem bekam sie einen Brief von der Ehefrau des Mörders Urs Hans von Aesch. «Ich habe aber nicht geantwortet. Was soll ich mit ihr besprechen», fragt sich die 44-Jährige.

Von der Politik sei sie enttäuscht: «Über die Politiker, die anfangs ein Frühwarnsystem bei vermissten Kindern forderten, rege ich mich auf! Jetzt wollen sie nichts mehr davon wissen – in der Schweiz werde ja laut Statistik ‹nur› alle fünf Jahre ein Kind entführt.» In der Stiftung, die Lenhard für Kinder in Not gründete, kamen bisher 180 000 Franken zusammen.

nm

Deine Meinung