St. Gallen, Graubünden, Glarus: News-Scouts melden mehrere Wolfssichtungen in der Schweiz
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St. Gallen, Graubünden, GlarusNews-Scouts melden mehrere Wolfssichtungen in der Schweiz

Diese Woche gab es in der Schweiz mehrere Wolfssichtungen. Eine Gefahr für die Menschen stellen die Tiere laut einer Expertin nicht dar.

von
Nicolas Saameli
News-Scout

Darum gehts

  • In der Schweiz wurden mehrere Wölfe gesichtet.

  • Eine Expertin sagt, dass von den Tieren keine Gefahr ausgeht.

  • Laut der Expertin fürchten Wölfe den Menschen, nicht aber die menschliche Infrastruktur.

Gleich mehrere News-Scouts schickten diese Woche Aufnahmen von Wolfssichtungen an 20 Minuten. In Lenzerheide spazierte ein Tier gemächlich durch den Schnee in der Nähe einer Skipiste. Ein weiteres Video, das laut einem News-Scout auf Whatsapp kursiert, zeigt einen Wolf auf dem Rheindamm in der Nähe von Buchs SG. Und auf einem dritten Video sind mehrere Tiere auf einer Wiese bei Ennenda GL zu sehen.

Gefilmt hat das Video von Ennenda der Ehemann von News-Scout H. (24). «Mein Mann ist Bauer. Er war um 05.00 Uhr unterwegs in den Stall», sagt sie. Dabei habe er die Tiere ganz in der Nähe des Bahnhofs Glarus entdeckt.

Zu sehen sind auf den Bildern drei Wölfe im Lichtkegel eines Scheinwerfers. Die Tiere scheinen zuerst miteinander zu spielen, flüchten dann aber über eine Strasse. «Ich mache mir schon Sorgen», sagt H. Sie habe das Gefühl, dass die Wolfssichtungen immer weiter zunähmen. Zudem habe sie gehört, dass ein Bekannter aus der Region vor kurzem beim Spazieren mit seinem Hund auf einen Wolf getroffen sei, der sich ihm bis auf 10 Meter genähert habe und nicht sofort geflüchtet sei: «Das macht schon Angst.»

«Wölfe stellen eine Gefahr für Nutztiere dar, für Menschen aber nicht»

Christina Steiner vom Verein CHWolf, der sich für die Wölfe in der Schweiz einsetzt, sagt dazu: «Ich freue mich!» Wolfssichtungen seien in der Schweiz nichts Aussergewöhnliches mehr, sondern ganz normal. «Bei einer Wolfssichtung sollte man keine Angst haben, sondern sich über das seltene Ereignis freuen.»

Die Vorstellung, dass der Wolf die Scheu vor den Menschen verloren habe, treffe nicht zu. Wölfe orientierten sich über die Nase und seien ohnehin daran gewöhnt, auf dem menschlichen Kulturland zu leben. Wenn sie auf einen Menschen treffen, komme es deshalb nicht zu Panikreaktionen. «Wölfe stellen eine Gefahr für Nutztiere dar, für Menschen aber nicht.» Bei einem Treffen blieben die Tiere normalerweise kurz stehen um dann zu flüchten.

Gefahr für Nutziere oder wichtiger Teil des Ökosystems?

Im Winter sei es zudem sehr normal, dass Wölfe auf Strassen unterwegs sind. «Der Wolf scheut die Menschen, nicht aber die menschliche Infrastruktur.» Wenn in Berggebieten Schnee liege, falle es den Tieren leichter, sich auf den geräumten Strassen oder auch beispielsweise auf Skipisten zu bewegen. Grundsätzlich müsse man sich in der Schweiz an dem Umgang mit dem Raubtier gewöhnen. «Der Wolf ist hier und er wird auch nicht mehr gehen. Dafür sorgt auch das Gesetz.»

In der Schweiz tobt seit längerem ein Streit zwischen Wolfsgegnerinnen und Tierschützern. Erstere argumentieren mit der Gefahr für die Nutztiere und der Angst vor dem Wolf. Letztere sehen die Raubtiere als wichtigen Teil des Ökosystems. Zuletzt hatten die Tierschützer bei der Abstimmung über das neue Jagdgesetz den politischen Kampf knapp für sich entschieden.

Ein Wolf in der Nähe einer Skipiste.

Ein Wolf in der Nähe einer Skipiste.

News-Scout

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105 Kommentare
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Migrationsschaden

20.02.2021, 16:42

Die Wölfe sind nun mal nicht von hier!

Seiti

20.02.2021, 15:11

So schön! Und jetzt ist es ja alltäglich, so bitte lasst die Meldungen. Sonst geht es diesen Tieren nur an den Kragen. Der Mensch hat immer das Gefühl, er kann alles regulieren. Sorry wer sich draussen aufhält, sollte einfach aufpassen. Ich kann die Angst nicht verstehen.

S a n d r a

20.02.2021, 13:25

Der Wolf muss weg! Der hat in der zu dicht besiedelten CH nichts verloren.