10.10.2016 03:42

Neuer Film «Alpzyt»«Überall dieser Kuhmist, und nur kalt duschen»

Thomas Rickenmann erreichte 2013 mit seinem Film «z'Alp» einen richtigen Kassenschlager. Nun kommt mit «Alpzyt» die Fortsetzung.

von
luh

Hier sehen Sie den Trailer von "Alpzyt", dem neuen Film von Thomas Rickenmann.

«Das Älplerleben ist nicht immer nur schön. Die Arbeit ist streng, ein Tag beginnt um fünf Uhr morgens und endet oft erst um 21 Uhr», sagt der Toggenburger Filmemacher Thomas Rickenmann. Zudem gebe es weder Ferien noch Wochenende. Und dann sei da überall noch dieser Kuhmist und auf der Alp könne man nur kalt duschen. Wer tut sich das freiwillig an? In seinem neuen Kino-Dokumentarfilm «Alpzyt–keine Ferien aber schöner» versucht Rickenmann darauf eine Antwort zu geben.

Es ist die Fortsetzung von «z'Alp», der 2013 in die Kinos kam und das Publikum begeisterte. Er war in jenem Jahr mit über 35'000 Zuschauern der dritterfolgreichste Schweizer Film. Damals begleitete der 38-jährige Filmemacher drei Familien bei den Vorbereitungen im Frühling und auf dem Weg auf die Alp. In «Alpzyt» geht es nun um das Alpleben der Familien und den Alpabzug, das Verlassen der Alp im Herbst. Darunter ist auch die Familie Neff, die den Alpsommer im Alpstein verbringt.

Nichts gestellt

Rickenmann arbeitete für seinen Film ohne Drehbuch. «Planen ist schwierig. Die Natur bestimmt das Leben und Arbeiten auf der Alp und so auch den Drehplan», sagt Rickenmann. Nichts im Film sei gestellt und das mache ihn auch authentisch. Das zeigt sich etwa beim Alpabzug von der Engstligenalp im Berner Oberland. «Das zu filmen war eine Herausforderung. Es hatte 30 Zentimeter Neuschnee und die Sennen mussten ihre Tiere die steilen Felshänge hinunter treiben, das war sehr eindrücklich.» Doch genau die Schönheit der Natur sei es auch, die den Familien auf der Alp die Kraft gibt, die harte Arbeit durchzustehen.

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Die Sennen in traditioneller Appenzeller Kleidung.

Die Sennen in traditioneller Appenzeller Kleidung.

zvg
Detailaufnahmen sind eine Stärke von Thomas Rickenmann.

Detailaufnahmen sind eine Stärke von Thomas Rickenmann.

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Hier sieht man die Älpler mit ihren Kühen. Im Hintergrund das berühmte Restaurant Äscher.

Hier sieht man die Älpler mit ihren Kühen. Im Hintergrund das berühmte Restaurant Äscher.

zvg

Für Jung und Alt

Am 13. Oktober wird der Film in 45 Kinos in der ganzen Schweiz ausgestrahlt. Die Vorpremieren waren bereits ein Erfolg. «Der Film läuft vor allem in den Landkinos sehr gut», so Rickenmann. Doch auch junge Städter seien interessiert. «Brauchtum und Tradition ist auch bei den jungen Leute ein Thema», so Rickenmann.

Ob es sogar einen dritten Teil geben wird, kann der Toggenburger noch nicht sagen. «Wer weiss, vielleicht mache ich ja in zehn Jahren einen Film, wenn die Jungen die Arbeit auf der Alp übernommen haben.»

Als nächstes Projekt soll im Januar 2018 der Film «Bloch» erscheinen. Dieser widmet sich einem Winterbrauch aus dem Appenzellerland.

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