Modetrend: Überall Jacken mit echtem Pelz
Aktualisiert

ModetrendÜberall Jacken mit echtem Pelz

Kapuzen mit echtem Pelz liegen vor allem bei Jungen im Trend. Tierschutzorganisationen sind besorgt: Es gebe keine Pelzproduktion, die tiergerecht sei.

von
ann
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Von sieben sichtbaren Passagieren tragen sechs eine Jacke mit Echtpelz. Alle sind laut Stephanie S., die das Bild gemacht hat, jung – unter dreissig. Die meisten Jungen scheint es nicht zu interessieren, dass Tiere für diese Kragen leiden mussten.

Von sieben sichtbaren Passagieren tragen sechs eine Jacke mit Echtpelz. Alle sind laut Stephanie S., die das Bild gemacht hat, jung – unter dreissig. Die meisten Jungen scheint es nicht zu interessieren, dass Tiere für diese Kragen leiden mussten.

Leser-Reporter/Stephanie S.
Dabei handelt es sich oft um Koyote-Felle aus Fallenjagd. Dieser Koyote hängt schon lange an seiner Falle, das sieht man daran, wie stark der Boden rund herum aufgewühlt ist. Meist dauert es Tage, bis die Trapper ihre Fallen kontrollieren. Bis dann leiden die Tiere grosse Qualen. Die Falle hat diesen Koyoten zum Beispiel den Fuss verletzt.

Dabei handelt es sich oft um Koyote-Felle aus Fallenjagd. Dieser Koyote hängt schon lange an seiner Falle, das sieht man daran, wie stark der Boden rund herum aufgewühlt ist. Meist dauert es Tage, bis die Trapper ihre Fallen kontrollieren. Bis dann leiden die Tiere grosse Qualen. Die Falle hat diesen Koyoten zum Beispiel den Fuss verletzt.

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Als human bezeichnen Anbieter von teuren Markenjacken die Jagd mit Fallen. Dabei ist das Leid der Tiere gross.

Als human bezeichnen Anbieter von teuren Markenjacken die Jagd mit Fallen. Dabei ist das Leid der Tiere gross.

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Eine Aufnahme aus dem 3er-Tram in Zürich bei der Haltestelle Kalkbreite sorgt in den sozialen Medien derzeit für Aufsehen. Auf dem Bild, das Leser-Reporterin Stephanie S.* mit ihrem Handy aufgenommen hat, tragen fünf von sechs Trampassagieren Jacken mit einem echten Pelzkragen. Die junge Frau hat das Bild auf Facebook gepostet, wo es bereits über 1500-mal geteilt und fleissig kommentiert wurde.

Laut Stephanie S. waren alle Jackenträger unter 30. «Die meisten sogar unter 20 oder knapp darüber.» Dass so viele junge Menschen Pelz tragen, hält sie für bedenklich. «Es ist höchste Zeit, dem Trend zu Echtpelz an den Kragen zu gehen», findet sie. Die jungen Menschen müssten unbedingt aufgeklärt werden.

Bei Fallenjagd leiden die Tiere oft tagelang

Viele dieser Jungen auf dem Bild scheinen teure Markenjacken zu tragen. Deren Hersteller bezeichnen auf ihren Websites die Herkunft ihrer Felle als unbedenklich. Sie würden entweder aus zertifizierten finnischen Fellfarmen oder aus kanadischer Wildjagd stammen. Bei der Wildjagd handle es sich um Fallenjagd, die von der Regierung kontrolliert werde und in Kanada lange Tradition habe.

Für Tierschutzorganisationen ist aber klar: Nicht nur Fellfarmen sind tierquälerisch und problematisch, sondern genauso die Fallenjagd. So sagt Direktorin Camille Labchuk von Animal Justice Canada: «Diese Fallen verletzen die Tiere erheblich, sie bleiben oft tagelang darin stecken und leiden, bis jemand kommt und die Fallen überprüft.» Fallen seien zudem nicht wählerisch, sie würden zuschnappen, egal ob ein geschütztes Tier, eine säugende Koyoten-Mutter oder ein wenige Monate altes Jungtier hineintappten.

Europäische Pelzfarmen sind nicht tiergerecht

Julie Stillhart, Länderchefin von Vier Pfoten Schweiz, sagt: «Fallenjagd hat sehr viele Tierschutzprobleme. Oft erleiden die Tiere einen grausamen Tod.» Sie betont, dass man bei Modeketten keinen tierfreundlich produzierten Pelz kaufen könne. Die Pelzfarmen in Europa seien genauso wenig artgerecht. Die Tiere würden in kleinen Käfigen mit Gitterboden gehalten. «In der Schweiz ist so eine Haltung schon seit 1981 verboten.»

Dass der Pelz trotzdem wieder so in Mode gekommen sei, ist für Stillhart ein trauriges Kapitel. Sie hat den Import von Fellen in die Schweiz untersucht und festgestellt, dass sich diese in den vergangenen sechs Jahre fast verdoppelt haben. So wurden 2016 rund 440 Tonnen Pelz importiert. Stillhart: «2010 waren es noch rund 270 Tonnen.»

Fell bei lebendigem Leib abgezogen

Bei der Tierschutzorganisation Animal Trust arbeitet man deshalb gemeinsam mit anderen Organisationen auf ein Verbot hin. Stiftungsratspräsidentin Katharina Büttiker ist besonders besorgt darüber, dass gerade junge Leute wieder zu Pelz greifen. «Das wäre vor ein paar Jahren undenkbar gewesen.» Büttiker würde darum befürworten, dass Schulen über die Haltung von Pelztieren aufklären.

«Auf Pelzfarmen in China werden die Füchse ganz dicht aufeinander in kleinen Käfigen gehalten, dann werden sie halbtot geschlagen und ihnen wird oft bei lebendigem Leib das Fell abgezogen.» Sie ist überzeugt, dass es nicht viel bräuchte, um Pelzträger aufzuklären. «Fast jeder, der einen Film über die grausame Haltung dieser schönen Tiere gesehen hat, will mit Pelzen nichts mehr zu tun haben.»

Pelzproduktion Allein in China wurden 2014 60 Millionen Nerze, 13 Millionen Füchse und 14 Millionen Marderhunde für ihren Pelz getötet. Das geht aus einer Erhebung von China Leather hervor. Besonders viele Pelzfarmen gibt es auch in Europa, ingesamt zirka 7200 - vor allem in Dänemark, den Niederlanden und Finnland. In diesen europäischen Pelzfarmen werden jährlich etwa 32,5 Millionen Nerze, 2,3 Millionen Füchse und 130'000 Marderhunde gezüchtet. Quellen: en.chinaleather.org / Jahresbericht European Fur Breeders' Association 2012

Pelzproduktion Allein in China wurden 2014 60 Millionen Nerze, 13 Millionen Füchse und 14 Millionen Marderhunde für ihren Pelz getötet. Das geht aus einer Erhebung von China Leather hervor. Besonders viele Pelzfarmen gibt es auch in Europa, ingesamt zirka 7200 - vor allem in Dänemark, den Niederlanden und Finnland. In diesen europäischen Pelzfarmen werden jährlich etwa 32,5 Millionen Nerze, 2,3 Millionen Füchse und 130'000 Marderhunde gezüchtet. Quellen: en.chinaleather.org / Jahresbericht European Fur Breeders' Association 2012

Pelzproduktion Allein in China wurden 2014 60 Millionen Nerze, 13 Millionen Füchse und 14 Millionen Marderhunde für ihren Pelz getötet. Das geht aus einer Erhebung von China Leather hervor. Besonders viele Pelzfarmen gibt es auch in Europa, ingesamt zirka 7200 - vor allem in Dänemark, den Niederlanden und Finnland. In diesen europäischen Pelzfarmen werden jährlich etwa 32,5 Millionen Nerze, 2,3 Millionen Füchse und 130'000 Marderhunde gezüchtet. Quellen: en.chinaleather.org / Jahresbericht European Fur Breeders' Association 2012

Pelzproduktion Allein in China wurden 2014 60 Millionen Nerze, 13 Millionen Füchse und 14 Millionen Marderhunde für ihren Pelz getötet. Das geht aus einer Erhebung von China Leather hervor. Besonders viele Pelzfarmen gibt es auch in Europa, ingesamt zirka 7200 - vor allem in Dänemark, den Niederlanden und Finnland. In diesen europäischen Pelzfarmen werden jährlich etwa 32,5 Millionen Nerze, 2,3 Millionen Füchse und 130'000 Marderhunde gezüchtet. Quellen: en.chinaleather.org / Jahresbericht European Fur Breeders' Association 2012

Pelzproduktion Allein in China wurden 2014 60 Millionen Nerze, 13 Millionen Füchse und 14 Millionen Marderhunde für ihren Pelz getötet. Das geht aus einer Erhebung von China Leather hervor. Besonders viele Pelzfarmen gibt es auch in Europa, ingesamt zirka 7200 - vor allem in Dänemark, den Niederlanden und Finnland. In diesen europäischen Pelzfarmen werden jährlich etwa 32,5 Millionen Nerze, 2,3 Millionen Füchse und 130'000 Marderhunde gezüchtet. Quellen: en.chinaleather.org / Jahresbericht European Fur Breeders' Association 2012

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