Überfischung der Meere geht weiter
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Überfischung der Meere geht weiter

Nach mehr als 20-stündigen Verhandlungen hat sich die EU auf neue Höchstfangmengen für Fisch im kommenden Jahr geeinigt. Die Quoten für den Kabeljaufang im Atlantik wurden zwar gesenkt. Doch der WWF spricht von einer «Lizenz zum Plündern».

Um 9 bis 18 Prozent weniger Kabeljau als in diesem Jahr darf 2008 aus dem Atlantik geholt werden, die Fischer dürfen zudem an weniger Tagen zum Fang auslaufen als bisher.

Brüsseler Reduktionsforderungen chancenlos

Ausserdem sollen danach Anstrengungen unternommen werden, die Fehlfänge von Kabeljau in für andere Fischarten ausgelegte Netze zu begrenzen. Die EU-Kommission hatte ursprünglich eine Absenkung der Höchstfangmengen um bis zu 25 Prozent erreichen wollen. Vor allem Frankreich hatte sich dagegen gewehrt.

Für die Nordsee wurde die Quote um 11 Prozent angehoben, nachdem Wissenschafter eine Erholung der Bestände festgestellt hatten. Für Thunfisch wurde ein Bewirtschaftungsplan für die kommenden 15 Jahre verabschiedet, der zur Erholung der Bestände des sogenannten Blauflossenthuns beitragen soll.

Eine kleinere Quote wurde etwa auch für Nordseehering und Seezunge festgelegt. Die EU-Kommission will im kommenden Jahr zudem einen Aktionsplan zum Schutz von Haien vorlegen. Die Fangquote für den vom Aussterben bedrohten Dornhai wurde um 25 Prozent reduziert.

Protest von Umweltorganisation

Die Umweltorganisation Greenpeace hatte bereits am Montag gegen die zu erwartete Aufweichung der Schutzpläne protestiert (siehe Kontext-Box) - und sah sich nun bestätigt. Die inkompetente Entscheidung führe eine jahrzehntelange Tendenz weiter, erklärte Greenpeace-Expertin Saskia Richartz in einer Mitteilung der Organisation. Der WWF nannte die Fangquote eine «Lizenz zum Plündern». (sda)

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