Aktualisiert 13.06.2017 19:32

Fahrkontrolle ab 75«Überforderte Senioren gefährden den Verkehr»

Fahrende Senioren sollen künftig erst mit 75 zur Fahrtauglichkeits-Prüfung. Das mache Strassen gefährlicher, warnt SP-Nationalrat Hardegger.

von
asc
1 / 4
Künftig sollen Autofahrer statt mit 70 erst ab 75 zu ärztlichen Kontrolluntersuchungen gehen. Der Nationalrat hat einen entsprechenden Änderungsantrag angenommen.

Künftig sollen Autofahrer statt mit 70 erst ab 75 zu ärztlichen Kontrolluntersuchungen gehen. Der Nationalrat hat einen entsprechenden Änderungsantrag angenommen.

Keystone/Gaetan Bally
SP-Nationalrat Thomas Hardegger wehrt sich gegen die Änderung: «Es geht hier um die Verkehrssicherheit. Da ist eine Arztkontrolle ab 70 absolut verhältnissmässsig.» So geben nicht nur die Augen der Senioren nach, sondern nehmen  sie auch vermehrt Medikamente - ohne zu wissen, dass es negative Effekte auf die Fahrsicherheit haben könnte.

SP-Nationalrat Thomas Hardegger wehrt sich gegen die Änderung: «Es geht hier um die Verkehrssicherheit. Da ist eine Arztkontrolle ab 70 absolut verhältnissmässsig.» So geben nicht nur die Augen der Senioren nach, sondern nehmen sie auch vermehrt Medikamente - ohne zu wissen, dass es negative Effekte auf die Fahrsicherheit haben könnte.

Keystone/Gaetan Bally
Ausserdem sei der Verkehr auch deutlich hektischer argumentiert Hardegger. Allein im letzten Jahr hätten 6000 Renter ihren Führerausweis abgegeben, anstatt sich kontrollieren zu lassen. Hardegger schliesst daraus: «Wir müssen davon ausgehen, dass sie bis dahin auf der Strasse unterwegs waren ohne fit dafür zu sein.»Im Bild ist ein Fahrberater und ein 83-Jähriger Senior zu sehen. Die freiwillige Fahrberatung ergänzt die obligatorische Fahrtauglichkeitsuntersuchung durch einen Arzt.

Ausserdem sei der Verkehr auch deutlich hektischer argumentiert Hardegger. Allein im letzten Jahr hätten 6000 Renter ihren Führerausweis abgegeben, anstatt sich kontrollieren zu lassen. Hardegger schliesst daraus: «Wir müssen davon ausgehen, dass sie bis dahin auf der Strasse unterwegs waren ohne fit dafür zu sein.»Im Bild ist ein Fahrberater und ein 83-Jähriger Senior zu sehen. Die freiwillige Fahrberatung ergänzt die obligatorische Fahrtauglichkeitsuntersuchung durch einen Arzt.

Keystone/Gaetan Bally

Künftig sollen Autofahrer statt mit 70 erst ab 75 Jahren zu ärztlichen Kontrolluntersuchungen gehen. Der Nationalrat hat einen entsprechenden Änderungsantrag angenommen, der nun weiter an den Ständerat geht. Bundesrätin Doris Leuthard gab bekannt, dass sie eine Umsetzung ab dem 1. Januar 2019 für möglich hält.

Eingereicht hat die Initiative der 75-jährige SVP-Nationalrat Maximilian Reimann. Er ist derzeit der älteste Parlamentarier der Schweiz und Mitglied des Schweizer Verbands für Seniorenfragen.

«Gesündere Senioren, aber Verkehr ist hektischer»

SP-Nationalrat Thomas Hardegger ist besorgt: «Die Änderung erhöht das Risiko auf der Strasse.» Die Körperfunktionen verschlechterten sich mit zunehmendem Alter: «Die Augen werden schlechter und die Betagten nehmen vermehrt Medikamente – ohne zu wissen, dass diese negative Auswirkungen auf die Fahrsicherheit haben können.» Zwar seien Senioren heutzutage tendenziell gesünder. Aber: «Der Verkehr ist deutlich hektischer geworden. Viele Senioren sind damit überfordert und gefährden so den Verkehr.»

Um nicht in die ärztliche Kontrolle gehen zu müssen, hätten allein letztes Jahr rund 6000 Rentner ihren Führerausweis bereits zuvor abgegeben. Hardegger schliesst daraus: «Wir müssen davon ausgehen, dass sie bis dahin auf der Strasse unterwegs waren, ohne fit dafür zu sein.» Mit den Gesetzesänderungen seien diese nun fünf Jahre länger auf den Strassen unterwegs. Entsprechend seien die regelmässigen Kontrollen keine Schikane, sondern ein Selbstschutz.

«Die heutigen Senioren sind äusserst fit»

Auf die Frage, warum der Nationalrat die Änderung trotzdem durchgewunken habe, vermutet Hardegger: «Das Durchschnittsalter im Nationalrat ist halt hoch. Hinzu kommt, dass ein immer grösserer Teil der Wähler Pensionierte sind. Rechnen Sie also selbst.»

Ulrich Brügger, Geschäftsführer des Schweizer Verbands für Seniorenfragen, freut sich hingegen über das Resultat: «Es ist ein vernünftiger Entscheid, denn die heutigen Senioren sind äusserst fit.» Er glaube nicht, dass es deswegen in Zukunft zu mehr Unfällen kommt. Er verweist darauf, dass Unfälle erst bei einem Alter von über 75 Jahren zunehmen würden.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.