18.09.2018 19:21

Handy-VerträgeÜbergeben Eltern das Abo ihrem Kind, wirds teuer

Ein Handyabo abschliessen darf nur, wer volljährig ist. Vorher müssen die Eltern aushelfen. Wollen sie das Abo dann ans Kind übertragen, fallen Gebühren an.

von
vhu
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Jugendliche unter 18 Jahren dürfen noch keine Verträge abschliessen. Deshalb müssen die Eltern einspringen. Auch beim Handy-Abo.

Jugendliche unter 18 Jahren dürfen noch keine Verträge abschliessen. Deshalb müssen die Eltern einspringen. Auch beim Handy-Abo.

AP/Mark Lennihan
So will es das Gesetz. Denn bei einem Handy-Abo handelt es sich um einen Vertrag, und Verträge sind laut ZGB Art. 19 (im Bild) nur dann gültig, wenn sie von Personen abgeschlossen werden, die volljährig sind.

So will es das Gesetz. Denn bei einem Handy-Abo handelt es sich um einen Vertrag, und Verträge sind laut ZGB Art. 19 (im Bild) nur dann gültig, wenn sie von Personen abgeschlossen werden, die volljährig sind.

Wenn die Eltern ihren Kindern bei Erreichen der Volljährigkeit das Abo übertragen wollen, fallen bei vielen Anbietern aber happige Gebühren an. Begründet wird diese Praxis mit administrativem Aufwand.

Wenn die Eltern ihren Kindern bei Erreichen der Volljährigkeit das Abo übertragen wollen, fallen bei vielen Anbietern aber happige Gebühren an. Begründet wird diese Praxis mit administrativem Aufwand.

Keystone/Gaetan Bally

Wenn Jugendliche ein Handy-Abo abschliessen möchten, aber noch keine 18 Jahre alt sind, müssen das die Eltern oder ein Erziehungsberechtigter für sie tun. So will es das Gesetz, denn bei einem Handy-Abo handelt es sich um einen Vertrag. Und Verträge sind nur dann gültig, wenn sie von volljährigen Personen abgeschlossen werden.

Solange die Kinder also minderjährig sind, läuft der Vertrag über die Eltern. Sie sind Inhaber des Abos und der Telefonnummer. Wird der Nachwuchs dann volljährig und will selbst über das Abo und die Nummer verfügen, braucht es einen Inhaberwechsel. Viele Anbieter verlangen dafür eine happige Gebühr. Begründet wird diese Praxis mit administrativem Aufwand.

«Auch die Lösung der Swisscom ist willkürlich»

Salt etwa verlangt für einen solchen Abowechsel 50 Franken. Im Vergleich zu einem durchschnittlichen Lehrlingslohn von 770 Franken (KV-Lehre, 1. Lehrjahr) ist das eine Menge Geld. Auch bei UPC und Sunrise müssen jeweils 40 Franken Gebühren bezahlt werden, wenn das Abo von den Eltern auf das nun volljährige Kind übertragen werden soll. Lediglich bei der Swisscom geht es gratis, wie SRF berichtet.

Wobei auch die Lösung der Swisscom willkürlich sei: «Da die Swisscom sehr hohe Abokosten hat, werden solche administrativen Kosten einfach quersubventioniert, ohne dass man es merkt», sagt Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz auf Anfrage. Für sie ist klar: Jenen Kunden, die schon länger bei einem Anbieter sind, sollten diese Gebühren erlassen werden. Dies sei wirksamer als alle anderen Werbemassnahmen.

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