Wikileaks-Gründer: Übergriffs-Vorwürfe gegen Assange verjähren

Aktualisiert

Wikileaks-GründerÜbergriffs-Vorwürfe gegen Assange verjähren

Schweden muss einen Teil der Ermittlungen gegen den Wikileaks-Gründer einstellen. Der Australier ist aber weiterhin auf Botschaftsasyl angewiesen.

von
ij
Angst vor einer Auslieferung an die USA bleibt: Julien Assange an einer Pressekonferenz in der ecuadorianischen Botschaft in London. (18.8.2014)

Angst vor einer Auslieferung an die USA bleibt: Julien Assange an einer Pressekonferenz in der ecuadorianischen Botschaft in London. (18.8.2014)

Die schwedische Staatsanwaltschaft muss einen Teil der Untersuchungen gegen Julien Assange fallen lassen, weil die Fälle verjährt sind. Dies betrifft die 2010 erhobenen Anschuldigungen wegen sexueller Belästigung und Nötigung. In einem weiteren Fall ermitteln die Behörden weiter, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Gegen den 44-jährigen Australier läuft noch eine Untersuchung wegen Vergewaltigung.

Alle Versuche, Assange in Schweden oder in der ecuadorianischen Botschaft in London zu den Vorwürfen zu befragen, waren bisher gescheitert. Staatsanwältin Marianne Ny machte am Donnerstag aber deutlich, dass sie weiter versuchen werde, Assange zum Vorwurf der Vergewaltigung zu verhören.

In Schweden muss beim Vorwurf sexueller Belästigung und Nötigung innerhalb von fünf Jahren Anklage erhoben werden. Im Falle von mutmasslicher Vergewaltigung hat die Staatsanwaltschaft zehn Jahre Zeit.

Assange fürchtet Auslieferung an USA

Assange bestreitet alle Vorwürfe. Er hat in der Botschaft Ecuadors in London Schutz gesucht, wo ihm Asyl gewährt wird. Damit will er einer Auslieferung nach Schweden entgehen. Assange befürchtet, dass ihn Schweden weiter an die USA überstellen könnte, wo ihm eine Anklage wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente von US-Botschaften und der Armee droht.

Wikileaks hatte diese Dokumente vor fünf Jahren ins Netz gestellt. So machte die Internet-Plattform mit Enthüllungen zum Vorgehen der US-Armee im Irak und Afghanistan sowie zu den Überwachungspraktiken des US-Geheimdienstes NSA international Schlagzeilen.

Die Dokumente zeigten auch das Abhören von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und mehrerer deutscher Minister durch den US-Geheimdienst. Assange zog damit den Zorn der US-Regierung auf sich. (ij/sda)

Deine Meinung