Unfall auf A4 - Überholmanöver von 19-Jährigem endet tödlich – «Ich vermisse meinen Freund sehr»
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Unfall auf A4Überholmanöver von 19-Jährigem endet tödlich – «Ich vermisse meinen Freund sehr»

R. N. baute einen Unfall, bei dem sein bester Freund starb. Vor Gericht kamen dem Beschuldigten die Tränen.

von
Stefan Hohler
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So sah es nach dem Unfall auf der A4 aus.

So sah es nach dem Unfall auf der A4 aus.

Kantonspolizei Zürich
Der damals 19-jährige R. N. hatte ein gefährliches Überholmanöver gemacht.

Der damals 19-jährige R. N. hatte ein gefährliches Überholmanöver gemacht.

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Zwei Mitfahrende wurden dabei schwer verletzt, sein Freund starb vier Tage später im Spital.

Zwei Mitfahrende wurden dabei schwer verletzt, sein Freund starb vier Tage später im Spital.

Kantonspolizei Zürich

Darum gehts

  • Auf der A4 wollte R. N. einen Lastwagen via Rastplatz überholen und verursachte dabei einen Unfall.

  • Ihm droht eine Freiheitsstrafe von mehr als sechs Jahren.

  • Die Staatsanwältin spricht von einer krassen Raserfahrt.

Es war eine verhängnisvolle Fahrt, die der damals 19-jährige R. N.* in den frühen Morgenstunden im November 2017 machte. Der Schweizer fuhr ­betrunken mit 1,14 Promille vom Ausgang in Zürich-West heim nach Schaffhausen. Im Auto waren noch zwei Frauen und ein Mann im Alter von 16 bis 21 Jahren. Auf der einspurigen A4 bei Humlikon wollte er einen Lastwagen via Rastplatz überholen.

Bei der Einfahrt geriet sein Fiat ins Schleudern, prallte in den LKW-Anhänger und dann in ein entgegenkommendes Auto. Die beiden Mitfahrenden auf dem Hintersitz wurden schwer verletzt. Der 21-jährige Mitfahrer starb vier Tage ­später im Spital. Die 19-jährige Mitfahrerin musste während vier Monaten im Spital und in der Reha-Klinik behandelt werden. Der Lenker wurde mittelschwer verletzt, die 16-jährige Beifahrerin erlitt leichte Verletzungen.

Beschuldigten kommen die Tränen

Am Prozess vor dem Bezirksgericht Andelfingen machte N. gestern keine Aussagen, er ist aber grundsätzlich geständig. Er hatte nach dem Unfall nur zur Familie des Todesopfers Kontakt aufgenommen, der 21-Jährige war sein bester Freund gewesen. Zu den beiden jungen Frauen hat er seit dem Unfall keinen Kontakt mehr. «Ich war komplett überfordert», sagt er unter Tränen.

Er hatte die beiden damals 16- und 19-jährigen Frauen erst an diesem Abend im Ausgang kennengelernt. «Es geht mir verschissen, ich vermisse meinen tödlich verunglückten Kollegen sehr», antwortet er dem Richter. Der angehende Vater ist in psychologischer Behandlung, um das Ganze zu verarbeiten. Er ist heute als Chauffeur tätig.

«Rücksichtslos und gemeingefährlich»

«Die Raserfahrt war krass, rücksichtslos und gemeingefährlich», sagte die Staatsanwältin. Sie verlangt wegen eventualvorsätzlicher Tötung und schwerer Körperverletzung eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren und sieben Monaten. «Der Beschuldigte war trotz Müdigkeit und Alkoholkonsums durchaus in der Lage, sich seinen Konsequenzen bewusst zu sein.» Für die Staatsanwältin ist klar: «R. N. hat es drauf ankommen lassen.»

Der Verteidiger hingegen verlangt eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung. Auf eine Bestrafung sei zu verzichten. N. habe die Konsequenzen überhaupt nicht abschätzen können wegen seiner verminderten Intelligenz und sei unter Alkoholeinfluss gestanden. Mit der Tragödie sei N. schon genügend bestraft. Das Gericht gibt das Urteil am Montag bekannt.

*Name der Redaktion bekannt

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Hier findest du Hilfe:

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen Schweiz, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen

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