Aktualisiert 27.03.2020 15:06

Reduzierte Päckligrösse

Post liefert nur noch, was ein Pöstler tragen kann

Der Lockdown führt zu einer Päckliflut: Bestellt wird viel Essen – aber auch Möbel oder Gartenhäuser. Jetzt reduziert die Post die Päckligrösse.

von
P. Michel
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Die Post kämpft aufgrund des Lockdowns mit einer Päckliflut.

Die Post kämpft aufgrund des Lockdowns mit einer Päckliflut.

Pablo Gianinazzi
«Die Mengen bei den Paketen ist in den letzten Wochen und Tagen sehr stark gestiegen», bestätigt Post-Sprecher Erich Goetschi gegenüber 20 Minuten.

«Die Mengen bei den Paketen ist in den letzten Wochen und Tagen sehr stark gestiegen», bestätigt Post-Sprecher Erich Goetschi gegenüber 20 Minuten.

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Insgesamt verzeichnet die Post ein hohes Sendungsvolumen bei den inländischen Paketen. «Insbesondere bei den Lebensmittelpaketen – bis zu 300 Prozent mehr –, und bei Sendungen der grossen Schweizer Onlinehändler ist das Volumen deutlich erhöht.»

Insgesamt verzeichnet die Post ein hohes Sendungsvolumen bei den inländischen Paketen. «Insbesondere bei den Lebensmittelpaketen – bis zu 300 Prozent mehr –, und bei Sendungen der grossen Schweizer Onlinehändler ist das Volumen deutlich erhöht.»

Keystone/Peter Klaunzer

Die Coronakrise fordert auch die Schweizerische Post. Denn der vom Bundesrat verhängte Lockdown führt dazu, dass viele Menschen zu Hause bleiben – und Einkäufe online erledigen. «Die Mengen bei den Paketen ist in den letzten Wochen und Tagen sehr stark gestiegen», bestätigt Post-Sprecher Erich Goetschi gegenüber 20 Minuten. Gleichzeitig fehlten der Post zunehmend Mitarbeitende. «Sie sind krank, gehören zu einer Risikogruppe, sollen deswegen zuhause bleiben oder betreuen ihre Kinder. Die verbleibenden Mitarbeitenden leisten einen grossen Effort.»

Gerade «grosse und schwere Sperrgutsendungen wie beispielsweise Velos, Gartenhäuschen, Sofas oder ganze Möbelpackungen» stellten eine grosse Herausforderung dar. Diese Pakete seien für einen Mitarbeitenden kaum alleine zu heben – «und zu zweit stellt sich sofort die Frage nach dem Social Distancing, das wir einhalten wollen», teilt die Post am Freitagnachmittag mit.

Nun reagiert die Konzernleitung: Sie entschied, die Masse der Sperrgutsendungen ab Montag zu reduzieren. Neu wird nur noch geliefert, was ein Mitarbeiter alleine tragen kann. Konkret schreibt das die Post so: «Die maximale Länge der einzelnen Seiten beträgt neu 150 cm / 80 cm / 60 cm. Für die Kombination der Seiten gilt ein maximales Gurtmass (2 × Höhe + 2 × Breite + 1 × längste Seite) von 350 cm (statt max. Länge 250 cm und Gurtmass max. 400 cm).» Diese Massnahme bleibe in Kraft, bis der Bundesrat das Social Distancing lockere.

Mehr Lebensmittelpakete

Insgesamt verzeichnet die Post ein hohes Sendungsvolumen bei den inländischen Paketen. «Insbesondere bei den Lebensmittelpaketen – bis zu 300 Prozent mehr –, und bei Sendungen der grossen Schweizer Onlinehändler ist das Volumen deutlich erhöht.» Zudem würden nun auch viele Detailhändler ihre Produkte online verkaufen. «Seit Anfang dieser Woche haben die Mengen zum Teil das Niveau der Vorweihnachtszeit erreicht», sagt Goetschi. Es sei aber verfrüht, eine seriöse Aussage zur Grössenordnung des Wachstums zu machen.

Sparst du dank des Lockdowns Geld oder gibst du es online aus? Und hamsterst auch du manchmal ein bisschen? Zeig uns dein Budget vor und seit Beginn des Lockdowns.

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Die Päckli-Flut führt zu Verzögerungen. «Aufgrund des hohen Sendungsvolumens können die regulären Beförderungszeiten für Pakete momentan nicht immer eingehalten werden», sagt Goetschi. Allfällige Rückstände würden spätestens am folgenden Tag aufgearbeitet.

Post will Verspätungen möglichst klein halten

«Fakt ist: Unsere Mitarbeitenden geben tagtäglich ihr Bestes. Und wenn ein Paket trotzdem mal etwas länger unterwegs ist, hoffen wir auf das Verständnis der Empfänger, die die Herausforderungen der Krise ja auch selber tagtäglich erfahren», erklärt Goetschi. Um Verspätungen möglichst klein zu halten, wird die Post neu wieder am Samstag sortieren. «Aufgrund der vom BAG empfohlenen Social-Distancing-Massnahmen, die die Post strikte einhält, sind die Möglichkeiten, zusätzliches Personal einzusetzen und so die Kapazitäten hochzufahren, beschränkt.»

Goetschi betont den Schutz der Post-Mitarbeitenden: «Wir sind bestrebt, dafür zu sorgen, dass sie gesund bleiben. Wenn sie es nicht tun, gibt es keine Post.»

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