Nach Airbus-Crash: Überlebende Bahia trieb auf Ozean
Aktualisiert

Nach Airbus-CrashÜberlebende Bahia trieb auf Ozean

Die vermutlich einzige Überlebende des Flugzeugabsturzes vor den Komoren ist nach Angaben der Ärzte wohlauf. Jetzt wurden erste Details zur Bergung der 14-Jährigen bekannt.

von
jcg

Das Mädchen, das laut dem «Journal de l'île» Bahia Bacari heisst, wurde gestern rund 15 Kilometer vor dem Komoren-Archipel im Indischen Ozean aufgefunden. Zu diesem Zeitpunkt trieb das Mädchen bereits seit zwölf Stunden im offenen Meer. Das Mädchen, das nicht schwimmen kann, klammerte sich an ein Wrackteil. Den Rettungsring, den man ihr zugeworfen habe, habe sie nicht greifen können, sagte Said Abdilai. Daraufhin sei er selbst ins Wasser gesprungen und habe geholfen, sie zu bergen. Bahia, die in Marseille wohnt, war mit ihrer Mutter unterwegs gewesen. Über deren Schicksal ist zur Stunde nichts bekannt.

Bahia befindet sich dagegen zumindest physisch auf dem Weg der Erholung. Der 14-Jährigen gehe es gut, sagte Said Mohammed, eine Krankenschwester in der Klinik El Mararouf in der Hauptstadt Moroni. Sie habe sich in der Nacht um das Mädchen gekümmert, sagte Mohammed. Wie es um die psychische Verfassung des Mädchens bestellt ist, wissen die Ärzte dagegen nicht. Der Teenager weint nicht und ist sehr ruhig, berichtet zinfos974.com, ein Nachrichtenportal aus La Réunion.

Flugschreiber geortet

Derweil könnte der Absturz des Airbus A310 bald aufgeklärt werden. «Es scheint, dass die Flugschreiber geortet wurden», sagte der französische Entwicklungshilfe-Staatssekretär Alain Joyandet am Mittwoch im französischen Fernsehen. Ein französiches Marineschiff sollte im Laufe des Tages an der Stelle ankommen, um mit den Bergungsarbeiten zu beginnen.

Joyandet war in der Nacht auf die Komoren geflogen, um die Zusammenarbeit bei der Bergung zu fördern. Als möglichen Grund für den Absturz nannte Joyandet das schlechte Wetter. Ausserdem sei das Flugzeug «nicht in gutem Zustand» gewesen. Die Unfallermittler müssten nun ihre Arbeit machen.

Suche nach Überlebenden geht weiter

Die Suche nach Überlebenden vor der Küste des tropischen Inselstaats der Komoren ist wieder aufgenommen worden, nachdem sie am Dienstagabend bei Einbruch der Dunkelheit unterbrochen worden war. Bis zum Mittwochmorgen wurden fünf Leichen geborgen.

Leichen abgedriftet

Marinetaucher aus Frankreich und den USA sollen nun erneut die Unglücksstelle absuchen. In der Nacht herrschten heftiger Südwind und eine starke Strömung, die nach Ansicht der Retter Leichen und Trümmerteile weit verteilt haben dürften.

Die Chancen, weitere Überlebende zu finden, gelten als gering. Der Airbus A310 befand sich auf dem Flug vom Jemen zu den Komoren, als er nach einem missglückten Landeanflug abstürzte. Flug IY 626 hatte elf Besatzungsmitglieder und 142 Passagiere an Bord, darunter viele Exil-Komorer aus Frankreich.

Es war das zweite folgenschwere Airbus-Unglück innerhalb eines Monats: Am 1. Juni war eine A330 der Air France mit 228 Menschen an Bord auf dem Flug von Rio de Janeiro nach Paris in den Atlantik gestürzt.

Der knapp 20 Jahre alte Airbus der jemenitischen Fluggesellschaft war bei einer Inspektion vor zwei Jahren in Frankreich wegen technischer Mängel aufgefallen. (jcg/sda)

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