«Hell»: Überlebenskampf in der Endzeit-Welt
Aktualisiert

«Hell»Überlebenskampf in der Endzeit-Welt

Spannungsgeladener, zielstrebig erzählter Ökoschock-Thriller des Basler Jungfilmers Tim Fehlbaum.

«Hell» Trailer.

Einst spendete sie Leben, Licht und Wärme. Doch nun hat die Sonne die ganze Erde mit ihrer entfesselten Strahlkraft in verdörrtes, lebloses Ödland verwandelt. Wälder sind versengt, Tierkadaver säumen die Strassen. Selbst die Nächte sind eindringlich hell. Nur wer sich gegen das blendende Licht der Sonne schützt, hat eine Chance zu überleben. Wie etwa Marie (Hannah Herzsprung), die mit ihrer kleinen Schwester Leonie (Lisa Vicari) und Phillip (Lars Eidinger) in einem abgedunkelten Auto Richtung Gebirge fährt: Dort soll es angeblich Wasser geben. Es ist eine verzweifelte Irrfahrt ins Nirgendwo. Unterwegs lesen sie Tom (Stipe Erceg) auf. Er erweist sich als perfekter Mechaniker und ist unentbehrlich. Doch kann man ihm auch wirklich trauen? Die Anspannung in der kleinen Gruppe wächst. Dann werden die vier in einen Hinterhalt gelockt. Ein grausamer Überlebenskampf beginnt.

«Hell» ist ein atmosphärisch dichter Thriller, der das psychologische Spiel mit menschlichen Urängsten durch intensive Bilder und eine eindringliche Erzählweise körperlich spürbar werden lässt. Der Schweizer Nachwuchsregisseur Tim Fehlbaum kreiert einen Realismus, dem sich der Zuschauer nicht entziehen kann. Basierend auf der Stärke seiner Kurzfilme («Für Julian», «Am Flaucher»), gelang Fehlbaum mit «Hell» ein beachtliches Debüt. Der Handlungsverlauf ist zugegebenermassen nicht neu. Parallelen zu anderen Endzeit-Dramen (wie etwa «The Road») sind unübersehbar. Aber nicht zuletzt dank der Beschränkung auf wenige Mittel mit grosser Wirkung zieht «Hell» einen in seinen Bann.

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