Prävention Wassersport: Übermütig und abenteuerlustig – junge Männer ertrinken häufiger als Frauen

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Prävention WassersportÜbermütig und abenteuerlustig – junge Männer ertrinken häufiger als Frauen

Jedes Jahr sterben Menschen im Wasser. Im Verhältnis am meisten Männer bis 25 Jahre. Denn sie gehen oft schlecht kalkulierbare Risiken ein.

von
Philippe Coradi
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Jedes Jahr sterben über 30 Personen in der Schweiz an und in öffentlichen Gewässern. 

Jedes Jahr sterben über 30 Personen in der Schweiz an und in öffentlichen Gewässern. 

20min/Anna Bila
Deutlich übervertreten sind in dieser Gruppe junge Männer. 

Deutlich übervertreten sind in dieser Gruppe junge Männer. 

20min/Anna Bila
Sie gehen oft schlecht kalkulierbare Risken ein. 

Sie gehen oft schlecht kalkulierbare Risken ein. 

20min/Anna Bila

Darum gehts 

  • Mit den warmen Temperaturen kommt auch der Wunsch nach dem kühlen Nass. 

  • Zahlen zeigen: Meist junge Männer setzen sich dabei Risiken aus. 

  • Sie sterben überproportional eher als Frauen im selben Alter.

Mit dem sommerlichen Wetter steigt auch die Gefahr von Badeunfällen. Die Hitze lockt viele Menschen zum kühlen Nass. Doch Wasser birgt auch Gefahren. Bei den Unfallopfern zeigt sich, dass überproportional Männer im Alter zwischen 16 und 25 Jahren in offenen Gewässern sterben. 173 Männer gegenüber 31 Frauen waren es in den letzten zehn Jahren, so die Beratungsstelle für Unfallverhütung BfU.

Die Männer riskieren ihr Leben oft im Übermut wie etwa durch einen leichtfertigen Kopfsprung in flache Gewässer oder Saltos in einen Pool. Weiter geschehen Unfälle auch aus Imponiergehabe und Selbstüberschätzung. Zudem erhöhen schwer kalkulierbare Mutproben Todesfälle. In den allermeisten Fällen wären diese Unglücke vermeidbar gewesen. 

Zudem verletzen sich laut BfU rund 19’000 Personen der Schweizer Bevölkerung jedes Jahr beim Wassersport. Und beim Baden und Schwimmen kommt es  jedes Jahr zu knapp 12’000 Unfällen. Beim Bootfahren verletzen sich jährlich rund 2700 Personen. Bei anderen Wassersportarten (Canyoning z.B.) verletzen sich jedes Jahr knapp 4500 Menschen. 

Diese Regeln sollten im Fluss beachtet werden

Die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG empfiehlt folgende Verhaltens-Tipps, um das Baden im Fluss möglichst sicher zu machen:

  • Schlauchbootfahrer und -fahrerinnen müssen mit einer Rettungsweste ausgerüstet sein.

  • Die auf dem Boot angegebene Nutzlast darf nicht überschritten werden.

  • Boote nicht zusammenbinden! – Sie sind nicht mehr manövrierfähig.

  • Unbekannte Flussabschnitte müssen vor der Fahrt zuerst erkundet werden!

  • In freie Gewässer (Flüsse, Weiher und Seen) wagen sich nur gute und geübte Schwimmer und Schwimmerinnen.

  • Unterkühlung kann zu Muskelkrampf führen. Je kälter das Wasser, umso kürzer der Aufenthalt im Wasser!

Nicht selten ist dabei Alkohol im Spiel. «Alkohol erhöht die Risikobereitschaft und führt schnell zu übermütigem und leichtsinnigem Verhalten», sagt Christopher Spering, Unfallchirurg an der Universitätsmedizin Göttingen. In einer Situation mit hoher Gruppendynamik, in Partylaune und mit Alkohol trete das Unfallrisiko schnell in den Hintergrund. So starben im Zehnjahresschnitt in der Schweiz 173 männliche Personen. Ihnen stehen 31 Frauen gegenüber, meldet die Beratungsstelle für Unfallverhütung BfU.

Die Schweizerische Lebensrettungsgesellschaft (SLRG) will mit Kampagnen die Menschen auf Gefahren sensibilisieren. Auf ihrer Website sind zum Beispiel Baderegeln auch auf Arabisch oder Farsi aufgeschaltet.

Aus welcher Höhe bist du schon mal ins Wasser gesprungen?

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