Übernachtungs-Gebühr auf A2-Raststätten

Aktualisiert

Übernachtungs-Gebühr auf A2-Raststätten

Auf den beiden Autobahnraststätten in Neuenkirch (LU) und bei Erstfeld (UR) müssen übernachtende Lastwagenchauffeure künftig eine Gebühr bezahlen.

Mit der Abgabe von zehn Euro oder 15 Franken soll der Aufwand für private Ordnungsdienste gedeckt werden. Eine Entschädigung über die LSVA war vom Bund abgelehnt worden.

Der Grund für die Massnahme liegt in erster Linie im wachsenden Transitschwerverkehr auf der A2, wie die Verwaltungsratspräsidenten der beiden Betreibergesellschaften, Alfred Müller und Karl Marty, am Freitag erklärten. Dieser habe dazu geführt, dass heute während der Nacht - wegen des Nachtfahrverbots - bis zu fünf Mal mehr Lastwagen auf dem Gelände parkierten als auf Grund der verfügbaren Parkfelder zulässig wären. Allein die Luzerner Raststätten AG (Lurag) habe an ihrem Standort in Neuenkirch bereits mehr als 250.000 Franken aus der eigenen Tasche für die Wahrnehmung von Ordnungsaufgaben bezahlt. Für die Zukunft sei mit einem jährlichen Aufwand von 140.000 bis 150.000 Franken zu rechnen.

Die nun geplante Gebühr von zehn Euro oder 15 Franken pro Nacht, die Mitte Februar eingeführt werden soll, sei eine Möglichkeit, um den Ordnungsaufwand auf den beiden A2-Raststätten einigermassen im Griff zu halten. «Ein Geschäft machen wir damit allerdings nicht», sagte Müller. Es gehe einzig darum, einen Beitrag an die schon seit mehr als zwei Jahren in Neuenkirch und auf der Gotthard-Raststätte bei Erstfeld eingesetzten Ordnungsdienste zu erhalten. Eine Deckung der Kosten über die Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA) war laut Lurag-Präsident Müller vom Bund abgelehnt worden.

Kein Verständnis für die Einführung der neuen Nachtparkgebühr zeigte der Direktor des Schweizerischen Nutzfahrzeugverbands ASTAG, Kandid Hofstetter. In einem Interview der «Neuen Luzerner Zeitung» kündigte er an, die Gebühr bekämpfen zu wollen. Jeder Lastwagen in der Schweiz bezahle heute pro Kilometer 1,06 Franken für die LSVA sowie für Motorfahrzeug-und Treibstoffsteuern. Trotzdem würden die Verkehrsinfrastrukturen zu wenig «unseren Bedürfnissen angepasst», und gerade die Abstellplätze längs der Autobahnen seien keineswegs human, sagte er. Mit einer Umfahrung der als Schikane empfundenen neuen Übernachtungsgebühr rechnet der ASTAG-Direktor jedoch nicht. Das sei weder ökonomisch noch ökologisch. Nach den Worten von Karl Marty, Verwaltungsratspräsident der Gotthard-Raststätte, ist die neue Gebühr rechtlich abgesichert. Es gehe nicht um eine Schikane, sondern nur um die Lösung eines spezifischen Ordnungsproblems auf den beiden Transit-Raststätten. Eine koordinierte Ausdehnung der neuen Gebührenpolitik auf andere Raststätten sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht geplant. (dapd)

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