Aktualisiert 24.06.2004 20:46

Übernahme: Bei Viva gibt künftig MTV den Ton an

Der MTV-Mutterkonzern Viacom schluckt den defizitären deutschen Musiksender Viva und kommt so zu einer Schweizer TV-Konzession.

Was mit Viva Schweiz passiert, ist unklar. Geschäftsführerin Asta Baumöller: «Das wird in den nächsten Monaten entschieden. Mehr können wir nicht sagen.» Der Schweizer Ableger beschäftigt derzeit 37 Personen.

Zur Übernahme kam es, weil der Mutterkonzern Viva Media wegen der Werbeflaute und der Strukturkrise in der Musikindustrie tief in die roten Zahlen gerutscht war. Im Kaufpreis von 470 Millionen Franken inbegriffen ist auch Stefan Raabs Produktionsfirma Brainpool. Damit werden «TV total» und «Anke Late Night» amerikanisiert.

Viacom krempelt nun sein deutsches Programm um. «Wir werden die vier Sender komplett verschieden positionieren», sagte MTV-Deutschland-Chefin Catherine Mühlemann. Die Marke Viva bleibe erhalten. Gemäss Experten wird ein Clip-Sender einem Kinderkanal weichen.

Für die Sender-Hochzeit steht noch das Ja-Wort des deutschen Bundeskartellamts aus. Die Änderungen im Viva-Aktionariat absegnen muss zudem noch der Bundesrat. Laut Bakom-Sprecher Bernhard Bürki gab es mit Viacom bisher noch keine Kontakte in dieser Frage.

Martin Vetterli

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