Citigroup zieht vor Gericht: Übernahmeschlacht inmitten der Finanzkrise

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Citigroup zieht vor GerichtÜbernahmeschlacht inmitten der Finanzkrise

Im spektakulären Übernahmekampf um die viertgrösste US-Bank Wachovia hat der Finanzgigant Citigroup den Konkurrenten Wells Fargo vorerst vor Gericht gestoppt.

Ein New Yorker Richter blockierte vorläufig einen Verkauf der angeschlagenen Wachovia an die Grossbank Wells Fargo, wie Citigroup am Samstagabend mitteilte. Am 10. Oktober sollen Vertreter von Citi und Wachovia vor dem Gericht erscheinen.

Damit spitzt sich die ungewöhnliche Übernahmeschlacht inmitten der Finanzkrise weiter zu. Citigroup hatte zu Wochenbeginn die Übernahme von Wachovia in einem Notverkauf vereinbart. Doch dann sagte Wachovia den Deal ab und gab stattdessen den Kauf durch Wells Fargo zu einem weit höheren Preis bekannt. Die Citigroup sprach von Vertragsbruch.

Wells Fargo bietet die Komplettübernahme von Wachovia über einen Aktientausch im Wert von mehr als 15 Milliarden Dollar an. Die Citigroup will dagegen - unterstützt von der staatlichen Einlagensicherung FDIC - lediglich einen Grossteil von Wachovia übernehmen und dafür nur 2,2 Milliarden Dollar zahlen.

Die FDIC (Federal Deposit Insurance Corporation) stellte sich am Freitag demonstrativ hinter die Citigroup als Käufer. Wachovia betonte dagegen, anders als bei Citigroup sei bei der Übernahme durch Wells Fargo keine staatliche Hilfe nötig.

Der Sieger des Tauziehens würde zu einer der amerikanischen Top- Banken im Privatkundengeschäft aufsteigen. Der Überraschungscoup von Wells Fargo wurde am Markt als Hoffnungszeichen für die Branche bewertet. Die viel höhere Offerte zeige, dass es keinen Ausverkauf um jeden Preis geben müsse. (sda)

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