Aktualisiert 03.12.2008 12:57

Gerichtsfall

Überraschendes Geständnis eines Mörders

Vor dem Basler Appellationsgericht hat ein Prozess um einen Mord im Drogenmilieu eine überraschende Wende genommen.

Ein erstinstanzlich aufgrund von Indizien zu einer Strafe von 18 Jahren verurteilter Mann hat ein Geständnis abgelegt.

Der Prozess vor dem Appellationsgericht wurde deshalb am Mittwoch ausgesetzt, wie ein Gerichtsschreiber auf Anfrage sagte. Das vollumfängliche Geständnis habe der im Juni 2007 vom Basler Strafgericht wegen Mordes verurteilte 49-jährige Schweizer am Montag bei der Staatsanwaltschaft abgelegt.

Psychiatrisches Gutachten

Über den Mann, der die Tat bisher bestritten und das Urteil deshalb weitergezogen hatte, wird nun auf Antrag der Verteidigung ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben. Ein solches gab es laut dem Gerichtsschreiber für den erstinstanzlichen Prozess nicht, weil der Angeklagte nicht geständig war.

Aufzeigen soll das Gutachten unter anderem, ob der Mann 2005 einen 59-jährigen Drogenhändler in dessen Wohnung im Affekt erschlagen hatte. Der Angeklagte machte nun geltend, er habe bei der Tat unter Drogenentzug gelitten und sei vom Opfer provoziert worden.

Neben Zurechnungs- und der Schuldfähigkeit soll das Gutachten auch Aufschluss über die Gefährlichkeit des erstinstanzlich Verurteilen geben. Dieser befindet sich seit mehr als drei Jahren in Untersuchungshaft. Laut dem Gerichtsschreiber bleibt er hinter Gittern.

Dass er das Geständnis erst jetzt abgelehnt habe, begründete der Mann laut dem Gerichtsschreiber damit, dass er Zeit gebraucht habe, um die Tat so zu verarbeiten, dass er dazu stehen kann. Wann der Prozess vor dem Appellationsgericht wieder aufgenommen wird, ist noch offen. Psychiatrische Gutachten liegen in Basel-Stadt in der Regel nach rund einem Jahr vor.

(sda)

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