Aktualisiert 26.10.2010 12:09

Savognin GR

Überraschendes Ja zum Parc Ela

Die Gemeindeversammlung der Mittelbündner Gemeinde Savognin hat am Montagabend überraschend Ja gesagt zum grössten Naturpark der Schweiz. Die Versammlung genehmigte den Vertrag über den Parc Ela mit 117 zu 70 Stimmen.

Überraschend ist das Resultat, weil der Gemeindevorstand den Vertrag zur Ablehnung empfohlen hatte. Begründet wurde der Antrag vom Vorstand damit, dass das Skigebiet der Ferienregion nicht in den Parkperimeter gehöre. Auch die Bergbahnen lehnten den Vertrag ab.

Er sei sehr froh über die Zustimmung der Gemeindeversammlung zum Parkvertrag, sagte Dieter Müller, Geschäftsführer des Vereins Parc Ela, am Dienstag der Nachrichtenagentur SDA auf Anfrage. Savognin galt als Schlüsselgemeinde. Bei einem Nein hätte die Gefahr bestanden, dass das Parkgebiet in zwei Teile zerschnitten worden wäre.

Von den 21 Parkgemeinden haben nunmehr sechs den Vertrag genehmigt. Einzig Riom-Parsonz, auf dessen Territorium das Skigebiet von Savognin liegt, verweigerte die Zustimmung. Der Parkvertrag kommt zustande, wenn ihm mindestens 15 der 21 Gemeinden zustimmen.

Fast so gross wie der Kanton Glarus

Danach kann beim Bund das Gesuch für den Parkbetrieb und das Label gestellt werden. Wird der Parc Ela als Naturpark anerkannt, unterstützt der Bund den Betrieb mit durchschnittlich 300 000 Franken jährlich. Vom Kanton Graubünden kann der Verein 220 000 Franken pro Jahr erwarten.

Mit über 600 Quadratkilometern Fläche ist der Parc Ela um den 3338 Meter hohen Piz Ela dreieinhalb Mal so gross wie der Schweizerische Nationalpark im Engadin oder fast so gross wie der Kanton Glarus. Der Naturpark liegt im Herzen Graubündens, in der Region Albula-Bergün und Savognin-Bivio.

(sda)

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